Lexikon
assỵrische Religion
Bez. für die semit., mesopotam. Religion der Assyrer zur Zeit des assyr. Reiches (1800–612 v. Chr.). Die religiösen Vorstellungen wurden stark durch die sumer., babylon. u. aramäische Kultur beeinflusst, deren Gottheiten teilweise übernommen u. individuell weiterentwickelt wurden. So entsprach z. B. die assyr. Sieges- u. Kriegsgöttin Ischtar der gleichnamigen babylon. Göttin sowie der sumer. Inanna.
Die wichtigsten von den Assyrern verehrten Götter waren Assur (Marduk), Ischtar, Adad, Ninurta u. Nusku. Assur war Stadt-, u. späterer Reichsgott der gleichnamigen Hauptstadt, Gott des Krieges sowie Schöpfer u. Herrscher des Kosmos. Dargestellt wurde er als auf einem geflügelten Löwen stehender Mensch, in neuassyr. Reliefs als Bogenschütze mit Hörnerkrone innerhalb einer Flügelsonne. Assur, vermutl. ursprüngl. ein Erd- oder Berggott, galt als Verkörperung der babylon. Götter Enlill u. Schamasch u. wurde in neuassyr. Zeit (ab ca. 883 v. Chr.) vor allem während der Regierungszeit des assyr. Königs Sanherib (704–681 v. Chr.) mit dem babylon. Hauptgott Marduk gleichgesetzt. Heiliges Tier des Assur war die Wildziege, zentrales Heiligtum der Tempel Esarra in Assur. Göttin des Venussterns, Kriegs- u. Siegesgöttin war Ischtar, häufig bewaffnet oder geflügelt dargestellt mit einem Löwen als Emblemtier. Ihre Hauptkultstätten lagen in Assur u. Ninive. Weitere bedeutende Gottheiten waren der Wettergott Adad (auch Ramman), welcher als Sturm-, Blitz-, Donner- u. Regengott sowohl Fruchtbarkeit als auch Vernichtung brachte; ferner der Kriegs- u. Jagdgott Ninurta, verehrt auch als Friedensgott (Schulmanu) u. Sohn Assurs sowie der Licht- u. Feuergott Nusku, welcher als Götterbote Verheißung u. Gnade übermittelte. Zentral für die religiöse Darstellung war das Symbol des heiligen Baumes. Die a. R. ging durch die pers. Eroberung der mesopotam. Tiefebene unter Kyros II. um 539 v. Chr. unter.
Wissenschaft
Molekularer Ententanz
Heutzutage ist CO2 ist nicht sehr beliebt. Das war aber nicht immer so. Wenn man im ausgehenden 20. Jahrhundert von CO2 sprach, dann nicht wegen der Klimakrise, sondern zum Beispiel einfach, weil man es bei der Bestellung eines sprudelnden Erfrischungsgetränks als Synonym für Kohlensäure verwendet hat. Punkti-Wasser haben manche...
Wissenschaft
»Mit einer optischen Uhr lassen sich feine Höhenunterschiede ermitteln«
Tanja Mehlstäubler entdeckte als junge Forscherin, wie präzise sich mit laser-gekühlten Atomen die Zeit messen lässt. Diese Technik entwickelt sie nun weiter. Das Gespräch führte Nikolaus Fecht Frau Professor Mehlstäubler, was hat Sie zur Miniaturisierung von Atomuhren motiviert? Während meiner Postdoc-Zeit in Paris arbeitete ich...