Lexikon
Belgien
Unabhängigkeit
Bei der Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft 1815 wurde Belgien dem neu geschaffenen Königreich der Vereinigten Niederlande zugeschlagen. Wegen unterschiedlicher Wirtschaftsinteressen und religiöser Spannungen begehrten die Belgier aber schon bald gegen die niederländische Dominanz auf. 1830 brach der Brüsseler Aufstand aus; die Separatisten proklamierten die Unabhängigkeit Belgiens. Ein Nationalkongress verabschiedete eine parlamentarisch-liberale Verfassung und wählte 1831 Leopold I. von Sachsen-Coburg zum ersten König der Belgier. Noch im gleichen Jahr erreichte der junge Staat auf der Londoner Konferenz die internationale Anerkennung.
Seit den Gründungsjahren beherrschten gravierende Differenzen zwischen den Landesteilen das öffentliche Leben: zum einen der unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklungsgrad der französischsprachigen und der niederländischsprachigen Gebiete, zum anderen die Gegensätze zwischen Liberalismus und politischem Katholizismus. Mit einer Reihe von Maßnahmen gelang es jedoch König Leopold II. (1865–1909), die innenpolitischen Konflikte zu entschärfen. Durch Sozialgesetze, der Einführung des allgemeinen Wahlrechts (1894) und die Anerkennung des Flämischen als Schul- und Amtssprache erreichte er einen Ausgleich der unterschiedlichen Positionen. Leopold II. erwarb als Privatbesitz 1885 den Kongostaat, der 1908 von Belgien als Kolonie übernommen wurde.
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