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LEXIKON

Cpra

Frank, US-amerikanischer Filmregisseur und Produzent, * 18. 5. 1897 Bisquino, Sizilien,  3. 9. 1991 La Quinta, Calif.; lebte seit 1903 in den USA; war zunächst als Gagschreiber tätig, 1926 debütierte er als Regisseur; etablierte sich mit Actionfilmen und Melodramen; während der Roosevelt-Ära drehte er vor allem Sozialkomödien. Filme: „Es geschah in einer Nacht“ 1934; „Mr. Deeds geht in die Stadt“ 1936; „Arsen und Spitzenhäubchen“ 1944.
Capra, Frank
Frank Capra
  • Deutscher Titel: Es geschah in einer Nacht
  • Original-Titel: IT HAPPENED ONE NIGHT
  • Land: USA
  • Jahr: 1934
  • Regie: Frank Capra
  • Drehbuch: Robert Riskin
  • Kamera: Joseph Walker
  • Schauspieler: Clark Gable, Claudette Colbert, Walter Connolly
  • Auszeichnungen: Oscar 1935 für Film, Regie, Drehbuch, Hauptdarsteller (C. Gable), Hauptdarstellerin (C. Colbert)
Ohne den sonst üblichen Pressewirbel erlebt Frank Capras Spielfilm »Es geschah in einer Nacht« seinen Kinostart. Dabei wird die Liebesgeschichte zwischen einer Millionärstochter und einem Reporter zum »Box Office Champion«, zum erfolgreichsten Film des Jahres, und begründet die Tradition der sog. Screwball-Comedies.
Wie schon in »Die Platinblonde« (1931) und in »Lady für einen Tag« (1933) verbindet Capra wieder eine alltägliche Geschichte mit märchenhaften Elementen. Die Millionärstochter Ellen Andrews (Claudette Colbert) flieht vor ihrem Vater (Walter Connolly), weil der ihre Heirat mit einem Piloten nicht duldet. Im Bus trifft sie den gerade gefeuerten Reporter Peter Warne (Clark Gable), der sie als er sie erkennt entführt, um sich die sensationelle Story zu sichern. Langsam entdecken die beiden auf der Flucht ihre Gefühle füreinander und werden nach mancherlei Verwicklungen ein Paar. Capras Regieeinfälle sichern dem Film dauerhaften Ruhm: So lässt er seine Hauptdarsteller das Zimmer teilen; dies wird nicht als unmoralisch gedeutet, weil Gable durch den Raum eine Decke spannt. Der Film ist jahrzehntelang der Einzige, der die fünf wichtigsten Oscars erhält.
  • Deutscher Titel: Mr. Deeds geht in die Stadt
  • Original-Titel: MR. DEEDS GOES TO TOWN
  • Land: USA
  • Jahr: 1936
  • Regie: Frank Capra
  • Drehbuch: Robert Riskin, nach einer Erzählung von Clarence B. Kelland
  • Kamera: Joseph Walker
  • Schauspieler: Gary Cooper, Jean Arthur, George Bancroft, John Wray
Die Diskrepanz zwischen ländlichem und städtischem Amerika und den Sieg eines bauernschlauen Hinterwäldlers über die Großstadtmenschen zeigt Frank Capra in »Mr. Deeds geht in die Stadt«. Longfellow Deeds (Gary Cooper) erbt 20 Mio. Dollar. Aber um die Erbschaft antreten zu können, muss er seine Kleinstadt verlassen und sich in den Moloch New York begeben. Dort lernt er Babe Bennett (Jean Arthur) kennen und lieben. Er ahnt nicht, dass sie es ist, die ihn in den Zeitungen als »Aschenputtel-Mann« verhöhnt. Als der kauzige Deeds beginnt, sein Geld an Not Leidende schwarze Landarbeiter zu verteilen, versucht man, ihm in einem Prozess sein Erbe streitig zu machen. Dies misslingt, letztlich auch deshalb, weil Babe sich zu Deeds bekennt. Durch sie ermuntert, erklärt Deeds in einer Art »Verteidigung« vor Gericht, warum er das Geld verschenken will.
In seinem bei Publikum und Kritik erfolgreichen Film vertritt Regisseur Frank Capra sein politisches Credo, dass die Guten und Edlen letztendlich siegen, und das wahre Herz Amerikas nicht in Washington und New York, sondern in der Provinz schlägt. Capra attackiert in dem Film auch jene Haltung in der Gesellschaft, die soziales Engagement und Hilfsbereitschaft als bloße Dummheit interpretiert.
  • Deutscher Titel: Arsen und Spitzenhäubchen
  • Original-Titel: ARSENIC AND OLD LACE
  • Land: USA
  • Jahr: 1944
  • Regie: Frank Capra
  • Drehbuch: Julius J. Epstein und Philip G. Epstein, nach einem Bühnenstück von Joseph Kesselring
  • Kamera: Sol Polito
  • Schauspieler: Cary
    Gran
    t, Priscilla Lane, Josephine Hull, Jean Adair, Peter Lorre, Raymond Massey
Frank Capras makabre Gruselkomödie »Arsen und Spitzenhäubchen« schließt an den großen Erfolg des gleichnamigen Bühnenstücks an und avanciert zu einem Klassiker des schwarzen Humors.
Schriftsteller Mortimer Brewster (Cary
Gran
t) erfährt kurz nach seiner Hochzeit mit Elaine (Priscilla Lane), dass in seiner Familie der Wahnsinn um sich greift. Er wusste zwar, dass sein Bruder Jonathan (Raymond Massey) ein Mörder ist, doch dann merkt er auch noch, dass seine beiden Tanten (Josephine Hull, Jean Adair) reihenweise betagte, einsame Herren durch vergifteten Holunderbeerwein »erlösen«, die Mortimers Bruder Teddy (John Alexander) beseitigt.
Die Situation spitzt sich zu, als Jonathan auftaucht und Mortimer umbringen will, um die Zahl seiner Opfer über die seiner Tanten herauszuheben. Jonathans Komplize Dr. Einstein (Peter Lorre) sieht in Mortimer ein interessantes Versuchsobjekt für seine verrückten medizinischen Visionen.
Die Polizei verhaftet die Verbrecher schließlich, und Mortimer lässt seine Tanten in eine komfortable Nervenklinik einweisen. Vorher sagen sie ihm, dass er ein adoptiertes Kind ist und sich über seine Gene keine Sorgen machen muss.
Capra versteht es, die verrückten Aspekte der Geschichte so weit zu überziehen, dass die Gruselelemente zugunsten des Klamauks zurückweichen. Der brillante Komiker Cary
Gran
t steigert sich in hysterische Zustände und steht damit im krassen Gegensatz zu der stoischen Abgeklärtheit seiner Tanten, die ihre Verbrechen als völlig selbstverständlich und sogar ehrenvoll begreifen.
Der Film wurde 1941 fertig gestellt, kam aber erst 1944, nach Absetzung des Bühnenstücks, ins Kino.
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