Lexikon
Darwin
Charles Robert, britischer Naturforscher, * 12. 2. 1809 Shrewsbury, † 19. 4. 1882 Down, Kent; Enkel von Erasmus Darwin; einer der bedeutendsten Biologen der Geschichte. Er begründete die moderne Evolutionstheorie und beeinflusste damit maßgeblich die europäische Geistesgeschichte. Darwin studierte 1825–27 Medizin in Edinburgh und 1827–31 Theologie in Cambridge, doch sein Interesse galt der Biologie. 1831–36 unternahm er als naturwissenschaftlicher Begleiter auf dem Vermessungsschiff „Beagle“ eine Weltreise, auf der ihm vor allem seine Beobachtungen der Vogelwelt auf den Galápagosinseln zu seinen Einsichten über den Ursprung der Arten verhalfen. Nach England zurückgekehrt, lebte Darwin ab 1837 in London und ab 1842 auf seinem Landsitz in Down.
Darwin, Charles Robert
Charles Robert Darwin
© wissenmedia
Wissenschaftliche Gründlichkeit, aber auch die Furcht vor Anfeindung ließen Darwin mehr als zwanzig Jahre zögern, seine Evolutionstheorie zu veröffentlichen. Erst 1859 erschien sein bahnbrechendes Werk „On the Origin of Species by Means of Natural Selection“, deutsch „Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl“. Hierin ging er von der grundlegenden Beobachtung aus, dass Arten stets einen Überschuss an Nachkommen produzieren, ihre Zahl aber innerhalb einer gewissen Schwankungsbreite konstant bleibt, da u. a. die natürlichen Ressourcen begrenzt sind. Dieses Phänomen erklärte er damit, dass zwischen den Individuen einer Art, die sich in ihren Merkmalen mehr oder weniger unterscheiden, ein Konkurrenzkampf stattfindet, in dessen Folge ein Teil der Nachkommen das Fortpflanzungsalter nicht erreicht. Diejenigen Mitglieder der Population, deren Merkmalsvarianten der Konkurrenz standhalten, sind besser angepasst und geben ihre Gene an die nächste Generation weiter. Diese „natürliche Auslese“ führt zum Wandel der Arten.
Von E. Haeckel angeregt, übertrug er seine Anschauung auch auf den Menschen und dessen Abstammung. Darwins Theorie, heute Grundlage der Evolutionsbiologie, war lange Zeit vor allem deshalb sehr umstritten, weil sie den biblischen Schöpfungsmythos ebenso negiert wie eine Sonderstellung des Menschen.
Hauptwerke: „On the Origin of Species by Means of Natural Selection“ 1859, deutsch „Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl“ 1893; „Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl“ 1871.
Wissenschaft
Mit Licht gegen Ewigkeitschemikalien
Ob in regenfester Kleidung, beschichteten Pfannen oder Kosmetik – Per- und Polyfluoralkylverbindungen (PFAS) sind als Antihaft- und Imprägniermittel weit verbreitet. Da sie äußerst langlebig sind, reichern sich diese potenziell gesundheitsschädlichen Substanzen jedoch in der Umwelt an. Um die auch als Ewigkeitschemikalien...
Wissenschaft
Maispflanzen warnen ihre Nachbarn vor Fressfeinden
Wenn Maispflanzen dicht nebeneinander wachsen, sind sie eigentlich anfälliger für Fressfeinde und Krankheitserreger. Doch ein raffinierter Mechanismus sorgt in diesen beengten Pflanzengemeinschaften dafür, dass sich die Pflanzen sogar besser gegen Schädlinge wehren können. Wie Experimente belegen, kommunizieren Maispflanzen über...
Mehr Artikel zu diesem Thema
Weitere Artikel aus dem Kalender
Weitere Artikel aus der Wissensbibliothek
Weitere Lexikon Artikel
Weitere Artikel aus dem Großes Wörterbuch der deutschen Sprache
Weitere Artikel auf wissenschaft.de
Müssen wir das Fliegen aufgeben?
Der Mensch als Regenwurm
Im Ring der Zeit
Teamwork bei Drohnen
Mit Licht gegen Ewigkeitschemikalien
Egoistische Einzelgänger