Lexikon

Feyder

[
fɛˈdɛ:r
]
Jacques, eigentlich Frédérix, belgischer Filmregisseur, * 21. 7. 1888 (n. a. A. 1885) Ixelles, Belgien,  24. 5. (n. a. A. 24. 5.) 1948 Prangins, Schweiz; Filme: „Die Herrin von Atlantis“ 1921; „Thérèse Raquin“ 1928; „Die klugen Frauen“ 1935 u. a.
  • Deutscher Titel: Die Herrin von Atlantis
  • Original-Titel: L„ATLANTIDE
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1921
  • Regie: Jacques Feyder
  • Drehbuch: Jacques Feyder
  • Kamera: Georges Specht, Victor Morin
  • Schauspieler: Georges Melchior, Jean Angelo, Stacia Napierkowska
Der in der Sahara gedrehte Film lässt Wirklichkeit und Traum wie in einem Vexierspiel unmerklich ineinander übergehen: Zwei Offiziere, Leutnant de Saint-Avit und Hauptmann Morhange, stoßen in der Wüste auf Überreste des sagenhaften versunkenen Reiches Atlantis. Hier herrscht die Königin Antinéa, die alle Männer, die sich ihr nähern, in ihren Bann zieht und sie in Wahnsinn oder Tod treibt. Nur Morhange kann sich ihrer Macht entziehen. Antinéa befiehlt daher Saint-Avit, Morhange zu töten. Saint-Avit erzählt die Geschichte einem Kameraden, der ihn ohnmächtig in der Wüste gefunden hat. Dieser hat zunächst Zweifel am Wahrheitsgehalt, als plötzlich ein Einheimischer auftaucht, der die beiden zu Antinéa bringen will.
Jacques Feyders Film wird vom Publikum begeistert aufgenommen und zu einem großen Kassenerfolg.
  • Deutscher Titel: Die klugen Frauen
  • Original-Titel: LA KERMESSE HÉROIQUE
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1935
  • Regie: Jacques Feyder
  • Drehbuch: Charles Spaak
  • Kamera: Harry Stradling
  • Schauspieler: Françoise Rosay, Micheline Cheirel, André Alerme, Louis Jouvet
Der international erfolgreichste Film des belgischen Regisseurs Jacques Feyder löst in Belgien und den Niederlanden öffentliche Proteste aus: »Die klugen Frauen«, eine intelligente Satire auf die Schwäche der Männer. Feyder hatte sich während des Ersten Weltkriegs in Frankreich einen Namen als Regisseur von Kurzfilmen gemacht und war 1929 nach Hollywood gegangen, wo er sich aber mit der Regie in deutschen und französischen Versionen von US-Kinoerfolgen begnügen musste. Dies ist in den 30er Jahren gängige Praxis. 1933 heimgekehrt, dreht er drei Filme in Kooperation mit dem gleichfalls aus Belgien stammenden Drehbuchautor Charles Spaak, die Feyders Ruf begründen, ein Meister der »französischen« Schule des »poetischen Realismus« zu sein: »Das große Spiel« (1934) aus dem Milieu der Fremdenlegion, »Pension Mimosas« (1935), die psychologische Studie eines Roulettespielers und »Die klugen Frauen«.
Der Film spielt 1616 in der Stadt Boom in Flandern. Die Männer, allen voran der Bürgermeister (André Alerme) wollen nicht gegen die anrückenden spanischen Truppen kämpfen und verstecken sich. Die Frauen unter Führung der Bürgermeistersgattin (Françoise Rosay) bereiten den Spaniern dagegen einen freundlichen Empfang, um die Soldaten von Verwüstungen abzuhalten, was auch gelingt: Sie verlassen am nächsten Tag die Stadt.
Der Film, zu dessen Erfolg die im Stil niederländischer Maler gehaltenen Dekorationen von Lazare Meerson beitragen, verletzt nationale Empfindlichkeiten. In Antwerpen, Gent, Brügge, Brüssel und Amsterdam kommt es zu Schlägereien zwischen Demonstranten und der Polizei. Man fühlt sich hier durch die unheroische Darstellung der Flamen in der Ehre verletzt und wittert politische Propaganda für Hitler-Deutschland, weil »Die klugen Frauen« von der deutschen Tobis-Film produziert wurde.
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