Lexikon

Flamingos: Nahrungsaufnahme

Nahrungsaufnahme durch Unterdruck

Flamingos haben unter den Vögeln eine einmalige Art der Nahrungsaufnahme entwickelt, wie sie sonst nur noch bei den Bartenwalen vorkommt: Mit einem Filterapparat seihen sie große Mengen winziger Lebewesen aus dem Wasser.
Bei dem Rosa- und dem Chilenischen Flamingo ist dieser Filter noch recht grob; Salzwasserkrebschen, Schnecken und Insektenlarven sind ihre Nahrung. Sehr viel feiner und komplizierter muss der Schnabel- und Filterapparat dagegen bei den Zwerg-, Anden- und James-Flamingos gebaut sein, denn sie haben sich auf mikroskopisch kleine Blaualgen und Diatomeen spezialisiert.
Für den generellen Ablauf der Nahrungsaufnahme macht dies jedoch keinen Unterschied. Alle Flamingos senken ihren Kopf so ins Wasser, dass der Vorderteil des hakenförmigen Schnabels parallel zum Gewässergrund zu liegen kommt. Diese Haltung brachte ihnen den Beinamen Verkehrtschnäbler ein, denn der Oberkiefer, beweglich und deshalb einzigartig im ganzen Tierreich, wird so zum Unterschnabel, der jetzt wie eine Schöpfkelle eingesetzt wird. Doch das ist noch nicht alles, denn durch das Zurückziehen ihrer dicken Zunge in den Schlund erzeugen die Flamingos einen Unterdruck, der das schlammige, nährstoffhaltige Wasser in den leicht geöffneten Schnabel eindringen lässt. Bei fast geschlossenem Schnabel gleitet die Zunge dann nach vorn und presst das Wasser durch die feinen Lamellen, mit denen der Ober- und Unterschnabel auf der Innenseite besetzt sind. Dabei bleiben die Beuteorganismen im Filterapparat hängen, während das Wasser nach außen abfließt. Beim erneuten Zurückgleiten der Zunge werden die Nährstoffe von den Lamellen abgestreift, so dass sie geschluckt werden können, und gleichzeitig strömt erneut Wasser in den Schnabel. Drei bis viermal in der Sekunde pumpt ein Flamingo so einen Wasserstrom durch seinen teilweise geöffneten Schnabel, während er langsam vorwärts schreitet.
Wikipedia, Jimmy Wales
Wissenschaft

Das Duell der Giganten

Künstliche Intelligenz trifft auf Wikipedia. Damit begegnen sich zwei Hünen der Produktion von Wissen. Wie wird der Wettstreit enden? von STEFAN MEY Innerhalb kurzer Zeit war aus einem Riesen ein Zwerg geworden. Im Januar 2001 startete das Wikipedia-Projekt für ein frei zugängliches Web-Portal mit Informationen zu allen...

Wissenschaft

Flugsaurier: Zu Fuß zum Erfolg

Wie lebten Pterosaurier, wenn sie nicht in der Luft unterwegs waren? Diese Frage beleuchtet nun eine Untersuchung der Hände und Füße zahlreicher Arten aus der gesamten Entwicklungsgeschichte der Flugechsen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die frühen Vertreter noch an das Klettern in Bäumen angepasst waren, während spätere...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon