Lexikon

französische Musik

Barock und Klassik

Im Zentrum des musikalischen Barock standen die Instrumentalmusik und die Oper, die jeweils wesentliche Impulse aus Italien erhielten. Dieser mediterrane Einfluss spaltete die Musikszene fortan in zwei Lager. Die Instrumentalmusik war zunächst noch von der Renaissance geprägt, so bei Jean Titelouze (* 1563,  1633), dem Begründer der französischen Orgelmusik. Zu den Komponisten, die französische Musiktraditionen verteidigten, gehören Marin Marais und Denis Gaultier. Stilbildend wirkte Frankreich im Barock außerdem mit der Ausbildung der Ouvertüre, die insbesondere durch Jean-Baptiste Lully geprägt wurde. Zu den zentralen Musikergestalten dieser Zeit gehört François Couperin, der in seinem Cembalowerk noch dem französischen Stil huldigte, in seiner Kammermusik hingegen bereits ebenso italienische Einflüsse assimilierte wie Jean-Maire Leclair in seinen Violinwerken.
Im 17. Jahrhundert bildete sich die französische Nationaloper heraus. Sie wurde entscheidend durch Jean-Philippe Rameau geprägt, der mit seinem modernen Opernstil den ersten Opernstreit zwischen „Lullistes“ und „Ramistes“ entfachte und auch als Theoretiker und Clavecinist bedeutende Spuren hinterließ. Der Einfluss italienischer Stilelemente führte gleichzeitig zur Ausbildung der Opéra comique, was im sog. Buffonistenstreit den Protest konservativer Opernkreise auslöste (denen sich diesmal Rameau anschloss) und die Opernwelt in „Gluckisten“ und „Piccinisten“ spaltete. Zum Meister der Opéra comique wurde der aus Belgien stammende Aandré-Ernest-Modeste Grétry. während die Grand Opéra und die spezifische französische Revolutions- oder Schreckensoper in Luigi Cherubini einen ihrer bedeutendsten Vertreter fand. Eine Verbindung von französischem und italienischem Stil zeigt auch die geistliche Musik, so bei Michel-Richard Delalande (* 1657,  1726) und Marc-Antoine Charpentier..
  1. Einleitung
  2. Renaissance
  3. Barock und Klassik
  4. Romantik und Impressionismus
  5. Moderne
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