Lexikon
französische Musik
Moderne
Viele dieser Komponisten wirkten auch noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts und machten mit Immigranten wie Igor Strawinsky Paris zu einem Zentrum des europäischen Musiklebens. Zu den gemäßigten modernen Komponisten gehören neben der Gruppe Les Six (Darius Milhaud, Arthur Honegger, Francis Poulenc, Georges Auric, Louis Edmond Durey und Germaine Tailleferre Jean Françaix und Jacques Ibert. Der Klangmagier Olivier Messiaen,, Frankreichs überragende Musikerpersönlichkeit des 20. Jahrhunderts, entwickelte neue rhythmische und harmonische Modelle, die sich z. T. auf außereuropäische Tonsysteme beziehen. RenéLeibowitz machte Schönbergs Zwölftontechnik in Frankreich bekannt. Er wie auch Messiaen waren die Lehrer von Pierre Boulez, einem der bedeutendsten Vertreter der Gegenwartsmusik, der die serielle Musik begründete. Pierre Schaeffer u. a. entwickelten die mit Geräuschcollagen operierende Musique concrète. Zum Umkreis von Messiaen und Boulez gehören Jean-Claude Eloy (* 1938), Tristan Murail (* 1947) und Pascal Dusapin (* 1955).
Daneben hat sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts in Frankreich eine lebendige Jazzmusik-Szene entwickelt, die u. a. durch den „Hot Club de France“ gefördert wird und Jazzlegenden wie Django Reinhardt, Stéphane Grappelli oder Michel Petrucciani hervorgebracht hat. Ebenso erfreut sich nach wie vor das u. a. von Édith Piaf, Maurice Chevalier, Juliette Gréco, Jacques Brel und Charles Aznavour geprägte Chanson u. a. durch Crossover mit anderen Musikstilen (Gaspard LaNuit) ungebrochener Beliebtheit.
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