Lexikon
Germạnen
Vorgeschichte
Die Bezeichnung Germanen ist früher auch von der Archäologie gebraucht worden; so wurden verschiedene vorgeschichtliche Kulturen, insbesondere der Nordische Kreis der Bronzezeit, den Germanen zugeordnet. Der Beginn der germanische Geschichte wurde auf diese Weise bis ins 2. Jahrtausend v. Chr. zurückverlegt. Obwohl sich Migrationen großen Stils in der Zwischenzeit im nördlichen Mitteleuropa nicht feststellen lassen, ist eine kulturelle und sprachl. Kontinuität zwischen den Schöpfern des Nordischen Kreises und den Germanen der Zeit um Christi Geburt nicht nachweisbar. Die Bezeichnung Germanen wird daher für vorgeschichtliche Zeiten nicht mehr verwendet; als deren unmittelbare Vorfahren sieht man am ehesten die Menschen der Jastorf-Kultur der 2. Hälfte des letzten Jahrtausends v. Chr. im östlichen Niedersachsen an. Von deren keltisch beeinflusstem Umfeld gingen nicht nur Stammeswanderungen aus, sondern insbesondere kulturelle und sprachliche Einflüsse, die schließlich zur Herausbildung der germanischen Stämme geführt haben.
Nach Tacitus und Plinius gab es drei germanische Stammesgruppen: an der Küste die Ingaevonen (Ingwäonen), in der Mitte die Herminonen und im übrigen Gebiet die Istaevonen (Istwäonen). Man hat sich darunter wohl Kultverbände vorzustellen, die jeweils eine Anzahl von Einzelstämmen umfassten. Die germanische Altertumskunde bestimmt die drei Gruppen als Nordseegermanen, Elbgermanen und Weser-Rhein-Germanen bzw. Rhein-Weser-Germanen. Laut Tacitus gab es noch weitere Stammesgruppen wie Sueben und Marser. Außerdem ist ein nördlicher Verband überliefert, der die Göttin Nerthus verehrte. Für die Zeit der Völkerwanderung geht man von einer Dreiteilung der germanischen Stämme aus: Die Nordgermanen siedelten in Skandinavien, die West- bzw. Südgermanen umfassten die oben genannten Gruppen, u. die Ostgermanen setzten sich aus großen Stammesverbänden zusammen, deren Kern ursprünglich aus Skandinavien stammte und über die Ostsee nach Osteuropa gezogen war.
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