Lexikon
Haịti
Diktatorische und korrupte Regime
Auf Grund der inneren Wirren hielten die USA Haiti 1915–1934 besetzt. 1957–1986 herrschten François Duvalier („Papa Doc“) und sein Sohn Jean-Claude Duvalier („Baby Doc“) diktatorisch und stürzten das Land in ein wirtschaftliches Desaster.
Der 1990 zum Staatspräsidenten gewählte oppositionelle Priester Jean Bertrand Aristide wurde 1991 durch einen Militärputsch gestürzt, gelangte jedoch 1994 mit Hilfe der USA wieder ins Amt zurück. 1995 wurde René Préval zu seinem Nachfolger gewählt. 2000 gewann Aristide erneut die Präsidentschaftswahlen.
Seit 2003 kam es zu gewaltsamen Unruhen und Demonstrationen gegen sein korruptes Regime, die zur offenen Rebellion eskalierten. 2004 legte Aristide sein Amt nieder und setzte sich ins Ausland ab. Der UN-Sicherheitsrat entsandte eine Friedenstruppe (MINUSTAH), um eine Übergangsregierung bei der Rückkehr zu demokratischen Verhältnissen zu unterstützen. Die Präsidentschaftswahlen 2006 gewann der frühere Amtsinhaber René Préval. Gestiegene Nahrungsmittelpreise lösten 2008 Unruhen unter der Bevölkerung aus und führten zur Absetzung von Premierminister Jacques-Edouard Alexis. Nach dreimonatiger innenpolitischer Krise wurde Michèle Pierre-Louis zur neuen Regierungschefin gewählt. 2009 erließen die Weltbank und der Internationale Währungsfond Haiti 1,2 Milliarden Dollar an Schulden. Im Oktober desselben Jahres wurde Premierministerin Pierre-Louis vom Senat abgesetzt. Das Amt des Regierungschefs übernahm der Ökonom Jean-Max Bellerive. Nach dem Erdbeben von Januar 2010 beschlossen die Vereinten Nationen, die Einsatzkräfte der Friedensmission MINUSTAH aufzustocken. Die USA leiteten umfangreiche militärische und wirtschaftliche Hilfsmaßnahmen ein. Aus der ersten Runde der von massiven Unregelmäßigkeiten begleiteten Präsidentschaftswahl am 28. 11. 2010 ging nach Angaben der Wahlkommission die ehemalige Präsidentengattin und RDNP-Kandidatin Mirlande Manigat (* 1940) als Siegerin hervor, gefolgt von dem Regierungskandidaten Jude Céléstin (* 1962) und dem Pop-Musiker Michel Martelly (* 1961). In der Folge kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen der Anhänger Martellys, die das Ergebnis anzweifelten. Nach der Veröffentlichung eines Gutachtens der OAS, das von Wahlfälschungen ausging und Martelly mehr Stimmen als Céléstin zubilligte, zog dieser seine Kandidatur für die Stichwahl zurück. Den Stichentscheid konnte Michel Martelly (RP) am 20. 3. 2011 mit rd. 67 % der Stimmen gegen Mirlande Manigat klar gewinnen. Neuer Premierminister wurde am 18. 10. 2011 der parteilose Politiker Garry Conille (* 1966). Nach politischen Auseinandersetzungen mit Martelly erklärte Conille am 24. 2. 2012 seinen Rücktritt als Regierungschef.
- Einleitung
- Natur und Klima
- Bevölkerung
- Staat und Politik
- Wirtschaft und Verkehr
- Geschichte
- Der Weg zur Souveränität
- Diktatorische und korrupte Regime
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