Lexikon

Humansmus

[zu lateinisch humanitas, menschliche Natur]

Prägende Kraft abendländischen Denkens

Der Neuhumanismus begeisterte sich an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert erneut für die antike Kunst (J. J. Winckelmann, F. Schiller, J. W. von Goethe) und belebte den Humanismus als Bildungsbewegung, die an Universitäten und auf das allgemeine Schulwesen gewirkt hat. J. G. von Herder und W. von Humboldt rückten das Studium der Sprachen in den Mittelpunkt der entstehenden Geisteswissenschaften.
Weitere humanistische Ansätze ergaben sich aus der Kritik des klassischen Humanismus. K. Marx sah im Humanismus eine in bürgerlichen Gesellschaftsstrukturen verankerte Ideologie, die zu überwinden sei; humanistische Ideen zur Autonomie und Gleichheit der Menschen erkannte er jedoch an. Der Humanismus genannte Pragmatismus F. C. S. Schillers sah alle Erkenntnisse allein durch menschliche Zwecke bestimmt. Der existenzialistische Humanismus, wie ihn J.-P. Sartre formulierte, lehnte jeden Bezug auf ein zu verwirklichendes Wesen des Menschen ebenso ab wie absolute moralische Werte. Der Mensch sei nicht durch seine Natur bestimmt, sondern bestimme sich selbst durch die Wahl seines Tuns. Durch vielfältige Entwicklungen ist der Begriff Humanismus unspezifisch geworden, wichtige Kerngedanken sind aber fester Bestandteil des modernen abendländischen Selbstverständnisses.
  1. Einleitung
  2. Die Antike als Verkörperung des Menschentums
  3. Humanismus im deutschsprachigen Raum
  4. Prägende Kraft abendländischen Denkens
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