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LEXIKON

indische Religionen

Älteste für uns greifbare indische Religionsform ist die vedische Religion, aus der im 7. bis 5. Jahrhundert v. Chr. der Brahmanismus hervorging. Man gelangte zur Erkenntnis der Einheit von Einzelseele (âtman) und Weltseele (brahman). Gleichzeitig wird die Lehre vom Weiterwirken der Taten (karman) im Kreislauf der Wiedergeburten (samsâra) entwickelt. Befreiung aus diesem Daseinskreislauf wird zentrales Ziel des Erlösungsstrebens. Die vedisch-brahmanische Tradition lebt weiter im Hinduismus, dessen Hauptmerkmale sich seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. entwickeln. Für die volkstümliche und ritualistische Entwicklung stehen die Hauptgötter Vishnu und Shiva im Vordergrund, nach denen die hinduistischen Hauptkonfessionen Vishnuismus und Shivaismus heißen.
Zu den indischen Religionen zählen auch die in Indien im 6. bis 4. Jahrhundert v. Chr. entstandenen Erlösungsreligionen Buddhismus und Jinismus. Der Buddhismus wurde vom 8. bis 13. Jahrhundert von Islam und Hinduismus weitgehend verdrängt, wogegen er durch seine Verbreitung in Süd-, Zentral- und Ostasien Weltreligion wurde. Neuerdings wurde er auch in Indien wiederbelebt.
Buddhismus: Ausbreitung
Ausbreitung des Buddhismus
Seit der arabischen und türkischen Eroberung Nordindiens im 8. bis 13. Jahrhundert breitete sich der Islam in Indien aus. Die Religion der Sikhs entstand als Versuch, Islam und Hinduismus zu versöhnen, geriet aber nach dem Märtyrertod des Guru Govind Singh (1675) in schärfsten Gegensatz zum Islam. Christen gab es seit dem 4. Jahrhundert als Thomaschristen an der indischen Westküste. Seit dem 16. Jahrhundert bemühten sich Missionare um die Bekehrung der Inder. Eine kleine Gruppe sind die Parsen, Nachkommen der bei der Islamisierung Persiens im 8. Jahrhundert nach Indien geflohenen Anhänger des Parsismus.
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