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LEXIKON

Kroatien

Teil Jugoslawiens und neue Staatlichkeit

Nach dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns am Ende des 1. Weltkriegs schlossen sich Kroaten, Slowenen und Serben in einem gemeinsamen Königreich zusammen. Infolge der Zerschlagung Jugoslawiens im 2. Weltkrieg bestand 19411945 als Satellit der Achsenmächte ein formal selbständiges Kroatien unter dem faschistischen Ustascha-Regime von Ante Pavelić. Nach 1945 wurde Kroatien Teilrepublik im sozialistischen Jugoslawien.
Pavelić, Ante
Ante Pavelić
Nach Titos Tod 1980 verstärkten sich die Bestrebungen nach Eigenständigkeit, die 1991 unter Franjo Tudjman zur Unabhängigkeit führten. Die daraus resultierenden Auseinandersetzungen mit der von Serbien dominierten jugoslawischen Bundesregierung entwickelten sich zu einem blutigen Bürgerkrieg. Rund ein Drittel des kroatischen Territoriums wurde von serbischen Truppen besetzt. 1995 unterzeichneten Kroatien, Serbien sowie Bosnien und Herzegowina das Friedensabkommen von Dayton. In der Außenpolitik stand nach der Normalisierung der Beziehungen zu Rest-Jugoslawien (1996) die Annäherung an NATO und EU im Vordergrund (2003 Antrag auf EU-Mitgliedschaft, 2005 Aufnahme von Beitrittsverhandlungen). 2000 wurde Stjepan Mesić Staatspräsident. 2009 stimmte das Parlament dem Beitritt zur NATO zu. Der seit 2003 regierende Ministerpräsident Ivo Sanader (HDZ) erklärte im Juli 2009 überraschend seinen Rücktritt. Nachfolgerin wurde die stellvertretende Regierungschefin Jadranka Kosor (HDZ). Im Januar 2010 konnte sich der Sozialdemokrat Ivo Josipović in der Stichwahl um das Amt des Staatspräsidenten gegen den Zagreber Bürgermeister Milan Bandić durchsetzen. Am 24. 6. 2011 wurde auf einem EU-Gipfeltreffen die EU-Aufnahme Kroatiens zum 1. 7. 2013 gebilligt. In der Parlamentswahl am 4. 12. 2011 erzielte das Mitte-links-Bündnis »Kukuriku« mit der SDP an der Spitze die absolute Mehrheit der Mandate; am 23. 12. 2011 wählte das Parlament Z. Milanović (SDP) zum Ministerpräsidenten. In einem Referendum sprach sich am 22. 1. 2012 eine Mehrheit von 66,3 % der Abstimmenden für einen EU-Beitritt des Landes aus.
  1. Einleitung
  2. Natur und Klima
  3. Bevölkerung
  4. Staat und Politik
  5. Wirtschaft und Verkehr
  6. Geschichte
    1. Entwicklung bis zum 1. Weltkrieg
    2. Teil Jugoslawiens und neue Staatlichkeit
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