Lexikon
Makedonien
MazedonienUnabhängigkeit
Mit dem Reformkommunisten Kiro Gligorov als Präsident (1991–1999) proklamierte Makedonien die Unabhängigkeit (1991). In der Folgezeit versuchte der südliche Nachbar Griechenland die internationale Anerkennung des Landes unter dem Namen Makedonien zu blockieren. 1993 wurde Makedonien unter der Staatsbezeichnung Ehemalige Jugoslawische Republik Makedonien in die UNO aufgenommen.
Im Februar 2001 brachen im Grenzgebiet zum Kosovo militärische Auseinandersetzungen mit albanischen UÇK-Rebelleneinheiten aus. Nach schwierigen Verhandlungen konnte am 13. 8. 2001 das Friedensabkommen von Ohrid unterzeichnet werden. Die NATO entsandte Truppen (darunter auch deutsche Soldaten) zur Entwaffnung der UÇK-Verbände. Im November 2001 verabschiedete das makedonische Parlament Verfassungsänderungen, die die Rechtsstellung der ethnischen Minderheiten verbesserten. 2004 kam Boris Trajkovski (Staatspräsident seit 1999) bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Die notwendigen Neuwahlen für das Präsidentenamt gewann der bisherige Ministerpräsident Branko Crvenkovski (SDMS). Nach den Parlamentswahlen 2006 wurde Nikola Gruevski (VMRO-DPMNE) Ministerpräsident an der Spitze einer Koalitionsregierung. Der nach wie vor ungelöste Namensstreit mit Griechenland verhinderte im April 2008 eine Beitrittszusage der NATO an Makedonien. Nach einer Koalitionskrise kam es im selben Monat zur Auflösung des Parlaments. Für den 1. Juni 2008 wurden vorgezogene Neuwahlen angesetzt. Bei dem von Gewalttaten überschatteten Urnengang konnte die von Gruevski geführte VMRO-DPMNE ihre Stellung als stärkste politische Kraft behaupten. Ihr Kandidat Georgi Ivanov gewann die Präsidentschaftswahlen 2009. Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise beeinträchtigte 2009/10 auch die ökonomische Entwicklung in Makedonien. Bei vorgezogenen Neuwahlen am 5. 6. 2011 mussten die Regierungsparteien VMRO-DPMNE und BDI zwar Verluste hinnehmen, konnten aber ihre Mehrheit im Parlament behaupten.
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