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LEXIKON

Palästna

[
griechisch, lateinisch, „Philisterland“
]
arabisch Falastin, hebräisch Erez Israel, das biblische Kanaan, „Gelobtes Land“ der Juden

Die Entwicklung in der Neuzeit bis zum Sechstagekrieg 1967

Seit 1517 war Palästina Teil des Osmanischen Reiches. Neben der überwiegend arabisch-islamischen Bevölkerung hatte das Land stets auch eine Anzahl jüdischer Bewohner.
Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts begann die organisierte Einwanderung von Juden nach Palästina, die mit dem Aufkommen des politischen Zionismus einen großen Umfang annahm. Im 1. Weltkrieg eroberte Großbritannien das Land. Es versprach 1917 in der Balfour-Deklaration den Juden Unterstützung bei der Errichtung einer „nationalen Heimstätte“ in Palästina und machte gleichzeitig den Arabern Hoffnung auf die Einbeziehung Palästinas in ein unabhängiges arabisches Staatswesen. 1922 wurde Palästina britisches Völkerbundsmandat; zum Mandatsgebiet gehörten zunächst auch östlich des Jordan gelegene Territorien. Diese wurden 1923 als Emirat Transjordanien (Jordanien) abgetrennt, das zwar formal Bestandteil des Mandats blieb, jedoch zunehmende Autonomie erhielt. Die Balfour-Deklaration galt nur noch für den westlich des Jordan gelegenen Landesteil, und es bürgerte sich ein, den Namen Palästina auf dieses Gebiet zu beschränken.
Der arabische Widerstand gegen die jüdische Einwanderung trug zum Erwachen eines eigenen Nationalbewusstseins der palästinensischen Araber bei. Die Gegensätze zwischen Juden und Arabern erwiesen sich als unüberwindlich. Ein britischer Plan („Weißbuch“) von 1939 zur Errichtung eines „binationalen“ Staates binnen 10 Jahren entsprach weitgehend den arabischen Wünschen, da er eine rigorose Beschränkung der jüdischen Einwanderung vorsah. Die britische Mandatsmacht überließ die weitere Behandlung des Problems den UN. Die Vollversammlung der UN beschloss 1947 die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat. Die Juden akzeptierten den Teilungsplan, die Araber lehnten ihn ab. Aus dieser Situation erwuchs der bis heute ungelöste Nahostkonflikt.
Nach dem Abzug der britischen Truppen 1948 proklamierten die Juden den Staat Israel. Im darauf folgenden 1. arabisch-israelischen Krieg konnte Israel sein Staatsgebiet über die im Teilungsplan vorgesehenen Grenzen hinaus erweitern; beim Waffenstillstand 1949 umfasste es etwa drei Viertel der Fläche Palästinas. Jordanien annektierte 1949 gegen den Einspruch der anderen arabischen Staaten das sog. Westjordanland (auch: West Bank; Cisjordanien; Juda und Samaria) mit der Altstadt von Jerusalem. Ägypten besetzte den Gazastreifen, annektierte ihn aber nicht.
Im „Sechstagekrieg“ 1967 besetzte Israel das Westjordanland und den Gazastreifen und stellte sie unter Militärverwaltung. Damit befand sich das ganze ehemalige Mandatsgebiet Palästina in den Grenzen von 1923 unter israelischer Herrschaft.
  1. Einleitung
  2. Palästina im Altertum und im Mittelalter
  3. Die Entwicklung in der Neuzeit bis zum Sechstagekrieg 1967
  4. Der Weg zur palästinensischen Autonomie
  5. Zweite Intifada und Erstarken der Hamas (seit 2000)
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