Lexikon

Pọlis

[
die; Plural Poleis; griechisch, „Burg, Stadt, Stadtstaat“
]
seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. die Organisationsform des antiken Stadtstaats, die das gesamte öffentliche Leben eines meist von einer Akropolis (Burg) beschützten kleinen Territoriums erfasste. Die Polis war die Gesamtheit der Vollbürger. Der Höhepunkt der Polis-Bildung lag im 5. Jahrhundert v. Chr. Als Vorbild der Polis galt Athen. Kennzeichnend war das Streben nach politischer Autonomie, demokratischer Verfassung, Verehrung einer eigenen Stadtgottheit und wirtschaftlicher Autarkie. Nicht ganz Griechenland war in dieser Weise organisiert und nicht alle Poleis waren selbständig; viele hatten sich nie aus den älteren Stammesstaaten gelöst. So war die Polis zwar nicht die einzige, aber die wichtigste Staatsform der Griechen und die Hauptträgerin der klassischen griechischen Kultur. Seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. gewannen die Stammesstaaten zuungunsten der Polis wieder an Boden, und mit dem Aufkommen der hellenistischen Monarchien endete die Epoche der griechischen Polis.
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