Lexikon
serbische Kunst
die Architektur, Plastik, Malerei und Skulptur Serbiens, Montenegros und Makedoniens bis zur Gründung des Einheitsstaates Jugoslawien (1918), nach dessen Zerfall der Bundesrepublik Jugoslawien (seit 1992) bzw. der jetzigen Staaten Serbien und Montenegro.
Mit der Christianisierung der Serben begann im 9. Jahrhundert eine Blütezeit der serbischen Kunst, die ihren Höhepunkt im 13. und 14. Jahrhundert erreichte. Bedeutende Bauten aus byzantinischer Zeit sind die Sophienkirche in Ohrid (Mitte 11. Jahrhundert) und die Pantaleonkirche in Nerezi (1164). Im serbischen Kernland zeigen die Bauten der Raška-Schule Einflüsse der westlichen Romanik, u. a. Klosterkirchen in Studenica, Ziča, Sopoćani und Dečani (Weltkulturerbe seit 2004). Nach der Zerschlagung des Großserbischen Reichs durch die Türken (1389) erfolgte nur eine regional begrenzte stilistische Weiterentwicklung. Unter osmanischer Herrschaft wurden zahlreiche Bauten nach türkischem Vorbild (Moscheen in Skopje und Sarajevo) errichtet. Die Architektur des Klassizismus, Historismus und Jugendstil ist von Wiener Einflüssen geprägt.
In der Malerei entfaltete sich nach byzantinischen Vorstufen im 13. Jahrhundert die monumentale Freskenkunst der serbischen Schule (Muttergotteskirche in Studenica, Dreifaltigkeitskirche des Klosters Soboćani). Deren antikisierender Stil findet in den Werken der „Hofmaler des Königs Milutin“ ihren Höhepunkt (Peripleptoskirche in Ohrid, Klosterkirche in Gračanica). Eine letzte Blüte erlebte die Wandmalerei in den Werken der Morava-Schule (Ravanica, Dečani). Daneben gehören Ikonen (Dubrovnik) und Miniaturen (Athos) zu den bedeutendsten Erzeugnissen der serbischen Kunst. Im 18. und 19. Jahrhundert suchte die serbische Kunst Anschluss an die klassizistischen und historistischen Strömungen Mitteleuropas. Um 1900 entfaltete sich in Plastik und Malerei eine in ihrer Themenwahl nationale Kunst, die auch die erste gesamtjugoslawische Kunstausstellung 1904 in Belgrad prägte. Die Verschmelzung internationaler Strömungen mit nationalen Inhalten bestimmte auch nach der Gründung des Einheitsstaats die jugoslawische Kunst.
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