Lexikon
Stadt
Stadtentwicklung
Die Entstehung von Städten war an die Erfüllung bestimmter Funktionen geknüpft: Mit dem Aufblühen von Handel entstanden erste Handelsstädte in verkehrsgünstiger Lage, der Festigung des politischen Einflussbereiches dienten Festungs-, Residenz- und Verwaltungsstädte, mit der Industrialisierung wuchsen Industrie- und Bergbaustädte. In Abhängigkeit von dieser Funktion bildeten sich unterschiedlich große Einzugsgebiete heraus (zentrale Orte).
Mit dem Wachstum der Städte ging auch eine zunehmende Gliederung des Siedlungskörpers in einzelne Stadtviertel einher (Citybildung, Industrieviertel, Wohnviertel, ethnische Viertel u. a.). Das weitere Ausufern über die Stadtgrenzen, vor allem durch Entvölkerung der Innenstädte mit ihren hohen Grundstückspreisen (Suburbanisierung) ließ einen breiten Kranz von Vororten, Trabanten- und Satellitenstädten entstehen oder auch einzelne Städte zusammenwachsen (z. B. Ruhrgebiet).
Als Folge von gestiegenen Anforderungen an die städtische Infrastruktur mit gleichzeitig zunehmender Umweltbelastung erfolgte vor allem in den alten europäischen Städten der Abriss bzw. die Sanierung von Altbauten und die Schaffung von Freiflächen für den zunehmenden fließenden und ruhenden Individualverkehr oder auch für Parkanlagen als „grüne Lunge“ und zur Naherholung, so dass viele Innenstädte eine Wiederbelebung erfuhren (Reurbanisierung).
In vielen unterentwickelten Ländern, deren Millionenstädte kaum noch fähig sind, die ihnen zuströmende Bevölkerung aufzunehmen und zu versorgen, wächst dagegen die Anzahl von nirgends registrierten Menschen in Slums, die meist im informellen Sektor tätig sind. Charakteristisch für Entwicklungs- und Schwellenländer ist neben dem rasanten Wachstum so genannter Megastädte die Stagnation oder das Fehlen von Mittel- und Kleinstädten. Städtebau, Verstädterung.
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