Lexikon

tschechische Musik

Im 9. Jahrhundert wurde in Böhmen mit der Christianisierung die römisch-lateinische Liturgie eingeführt. Kurz darauf verbreitete sich die slawische Liturgie. Die tschechische Kirchenmusik erlebte neue Anregungen z. Z. der Hussitenbewegung, die jedoch das Aufblühen der mehrstimmigen Musik bis ins 16. Jahrhundert verzögerte, bis der Prager Hof zu einem Zentrum der Musikpflege wurde und flämische, englische, deutsche, französische und italienische Meister der Zeit heranzog sowie auch tschechische Komponisten: J. T. Turnovský, J. Rychnovský, K. Harant. Am Ende des 17. und besonders im 18. Jahrhundert überwog der italienische Stil, aber wiederum erscheinen die Namen einheimischer Komponisten: F. Brixi und L. Koželuch, J. Stamitz, F. X. Richter, F. und G. Benda, J. L. Dussek, die z. T. auch in Deutschland wirkten.
Erst in den das Vaterland besingenden sinfonischen Dichtungen B. Smetanas und seiner zur tschechischen Nationaloper gewordenen „Verkauften Braut“ wie auch in A. Dvořáks Werk brach sich im Rückgriff auf die folkloristische Musik das nationale Element Bahn. Während Z. Fibich, J. B. Foerster und V. Novák weniger national bestimmt sind, erwuchs in L. Janáček mit seiner Oper „Jenufa“ ein international bedeutender betont nationaler Meister, der besonderen Wert auf die Sprachmelodie legte. Neben ihnen stehen R. Karel, J. Suk, O. Ostrčil, K. B. Jirák und die Schüler Nováks, u. a. V. Štěpán und J. Cikker. Bedeutung für die Moderne erlangten der vielseitige B. Martinů, A. Hába mit seiner Vierteltonmusik und die im Konzentrationslager ums Leben gekommenen Komponisten Hans Krása (* 1899,  1944) und E. Schulhoff. Vertreter der sog. Neuen Musik, die sich mit Problemen avantgardistischer Musik beschäftigen, sind u. a. Miloslaw Kabeléč (* 1908,  1979), Jan Kapr (* 1914,  1988), Zbyněk Vostřák (* 1920,  1985), Jan Novák (* 1921,  1984), Jan Tausinger (* 1921,  1985), Viktor Kalabis (* 1923), Marek Kopelent (* 1932) und Jan Klusák (* 1934). Nach 1968 suchten Komponisten Rückzugsmöglichkeiten auf dem Gebiet der Kirchenmusik, in der Arbeit mit Kinderchören (P. Eben), bei Film- und Fernsehproduktionen (L. Fišer) oder emigrierten, wie der seit 1969 in den USA lebende P. Kotík. In den 1990er Jahren beschäftigten sich P Kofroň und M. Smolka mit der Üertragung von Bildern in musikalische Klänge.
sciencebusters_NEU.jpg
Wissenschaft

Ich schmier’ Dir eine, Du Stinkbier!

Die Sonne steht schon hoch am Himmel, und in der Sommer-Regel steht: ordentlich eincremen. Wer kleine Kinder hat, der weiß, das kann ein Riesenvergnügen für die ganze Familie sein, vor allem, wenn man es schon eilig hat, außer Haus zu kommen. Auch Erwachsene sind oft noch der Meinung, man müsse die Haut lediglich zu Beginn […]...

Gehirn und Musik
Wissenschaft

Warum manche Menschen keine Freude an Musik empfinden

Musik kann uns emotional berühren, zum Tanzen animieren und soziale Beziehungen fördern. Doch manche Menschen lassen die Klänge kalt – obwohl ihr Gehör intakt ist und sie in anderen Bereichen durchaus Freude empfinden. Studien zeigen, dass bei diesen „musikalischen Anhedonisten“ die Verbindung zwischen der Hörrinde und den...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon