Lexikon
Westfạlen
historisches Land in Nordwestdeutschland, seit 1954 Landschaftsverband Westfalen-Lippe innerhalb Nordrhein-Westfalens, 21 500 km2, rund 8 Mio. Einwohner; Hauptstadt Münster; im Süden und Osten vorwiegend gebirgig (Sauerland, Siegerland, Teutoburger Wald u. a.), im Münsterland (Westfälische Bucht) Flachland; wichtigste Wirtschaftsgebiete sind der zu Westfalen gehörende Teil des Ruhrgebiets und der Bielefelder Raum in Ostwestfalen.
Geschichte
Erstmals 775 erwähnt, bildete Westfalen ursprünglich eine der drei sächsischen Stammesprovinzen. Im 12. Jahrhundert umfasste Westfalen die Gebiete zwischen Rhein und Weser. Zu den westfälischen Territorien wurden vom 13.–18. Jahrhundert gerechnet: die Gebiete der Bistümer Münster, Paderborn, Osnabrück und Minden, die kurkölnischen Nebenlande Herzogtum Westfalen und das Vest (Gaugericht) Recklinghausen, die Grafschaften Hoya, Diepholz, Schaumburg, Bentheim, Lingen, Tecklenburg, Ravensberg, Mark, Rietberg und Waldeck, die Abteien Corvey und Essen und die Herrschaft Lippe. – Das 1180 von Kaiser Friedrich I. Barbarossa bei der Teilung des sächsischen Herzogtums Heinrichs des Löwen geschaffene Herzogtum Westfalen umfasste nur einen Teil des Sauerlands südlich der Lippe. – Das napoleonische Königreich Westphalen (1807–1813) wurde aus preußischen, hessischen u. a. Besitzungen gegründet und umfasste von den alten westfälischen Gebieten lediglich Paderborn, Minden-Ravensberg, Osnabrück, Corvey und Rietberg. 1810 wurden noch Teile Hannovers mit ihm verbunden. – Die preußische Provinz Westfalen entstand 1815 aus dem alten westfälischen Kerngebiet, der früheren Grafschaft Sayn-Wittgenstein und der Abtei Essen, während Osnabrück und das Niederstift Münster zwischen Hannover und Oldenburg geteilt wurden. – 1946 wurden Westfalen und die nördliche Rheinprovinz mit dem Land Lippe zum Land Nordrhein-Westfalen verbunden.
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