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Smalltalk und Unterhaltung

Smalltalk erfreut sich in Deutschland keines übermäßig guten Rufes. Die einen hindert er daran, schnurstracks zum Bigtalk, dem eigentlichen Thema, vorzudringen. Andere übersetzen "small" mit "seicht". Da sie nicht gern an der Oberfläche surfen, sondern Themen in der Tiefe behandeln möchten und sich über die Essenz des Seins austauschen wollen, hat Smalltalk für sie keinen hohen Stellenwert.

Der Sinn von Smalltalk

Die Smalltalk-Gegner haben aber nicht verstanden, dass Smalltalk weder Seriosität noch Tiefe ausschließt. Smalltalk soll

  • Annäherung ermöglichen und erleichtern, Türen öffnen, zu tieferen Themen hinführen - und das gerade unter dem Aspekt "time is money",
  • helfen, sich ohne Fixierung auf ein Thema als Mensch zu präsentieren,
  • die Fähigkeit schulen, zwischen den Zeilen zu lesen und zwischen den Worten zu hören,
  • Gelassenheit und Humor in ein Spiel bringen, das sonst mit bitterem Ernst gespielt wird, und
  • im negativen Fall Rückzug ohne Gesichtsverlust erlauben.

Somit erweist sich Smalltalk als Gelegenheit, unterhaltsam und interessant Zeit und Raum mit anderen Menschen zu teilen, ob in geschäftlichem, gesellschaftlichem oder privatem Kontext. "Die Welt existiert nur in deinen Augen - in deiner Art sie zu sehen. Du kannst sie so groß oder klein machen, wie du es wünschst," sagt F. Scott Fitzgerald. Smalltalk soll hier als bewusste Chance zur Horizonterweiterung verstanden sein.

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Elisabeth Bonneau
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