Die Kombination aus Jura und Betriebswirtschaft
Aufgaben und Tätigkeiten
Das Berufsbild des Wirtschaftsjuristen ist erst einige Jahre alt. Es war die Antwort auf die zunehmende Zahl arbeitsloser Juristen, die wegen ihres fehlenden Wirtschafts-Know-hows schwer in die Unternehmen zu vermitteln waren. Der Wirtschaftsjurist dagegen bringt betriebswirtschaftliches und juristisches Fachwissen in seine Aufgabengebiete ein. Er ist für die Klärung rechtlicher Fragen in (betriebs-)wirtschaftlichen Zusammenhängen zuständig (z.B. Organisationsrecht oder Unternehmenssteuerrecht), für arbeits- und sozialrechtliche Fragen des betrieblichen Personalwesens sowie für Finanz- und Vertragsangelegenheiten. Der Wirtschaftsjurist ist in vielen leitenden Positionen tätig.
Arbeitsfelder und Arbeitsmarktchancen
Wirtschaftsjuristen arbeiten nicht in Kanzleien und Gerichtssälen, sondern in Industrie, Handel, Banken, Versicherungen und Verbänden. Durch die bewusste Verbindung von Ökonomie und Rechtswissenschaft wurde ein neues Profil geschaffen, das den Bedürfnissen des Arbeitsmarkts, vor allem im Mittelstand, entspricht. Die Berufsaussichten der Absolventen sind gut bis sehr gut.
Weiterbildungsmöglichkeiten
Weiterführende Aufbaustudiengänge zum Internationalen Wirtschaftsrecht, wie es z.B. die Universität Zürich anbietet, oder ein Master of Business Administration (MBA) an einer englischen oder amerikanischen Universität.
Ähnliche Berufsbilder und Synonyme
Synonym sind Diplom-Rechtswirt, Diplom-Wirtschaftsrechtler bzw. Diplom-Rechtsökonom, Diplom-Betriebswirt, Diplom-Kaufmann oder Diplom-Betriebswirt, jeweils mit Zusatz Wirtschaftsrecht. Verwandt sind außerdem sämtliche Berufsbilder aus Wirtschafts- und Rechtswissenschaften.
Voraussetzungen und Fähigkeiten
Voraussetzung ist die Fachhochschulreife sowie Interesse daran, rechtliche Fragen in wirtschaftlichen Zusammenhängen zu klären.
Ausbildung
Das Besondere an der wirtschaftsjuristischen Ausbildung liegt in der engen Verzahnung von juristischen und ökonomischen Aspekten: Der Studiengang besteht in der Regel zu 55 Prozent aus juristischen Vorlesungen, zu 35 Prozent aus betriebswirtschaftlichen Fächern und zu zehn Prozent aus so genannten Schlüsselqualifikationen. Erstmals wurde der Studiengang an der FH Nordostniedersachsen in Lüneburg als eigener Fachbereich Wirtschaftsrecht eingerichtet.