Wahrig Herkunftswörterbuch
Abwesenheit
Die Wendung durch Abwesenheit glänzen, die heutzutage nur noch ironisch gebraucht wird, wenn jemand nicht an dem Ort ist, an dem er sein sollte, stammt aus dem alten Rom. Bei Leichenzügen trug man den Verstorbenen Bilder ihrer Ahnen voran, so auch beim Begräbnis der Junia, Witwe des Cassius und Schwester des Brutus. Die Bilder des Cassius und des Brutus, die das Mordkomplott gegen Julius Cäsar geschmiedet hatten, durften jedoch in der Öffentlichkeit nicht gezeigt werden. Der römische Geschichtsschreiber Tacitus beschreibt in den Annalen, dass sie gerade dadurch umso stärker bei den Trauerfeierlichkeiten hervorleuchteten (
lat.
quod effigies eorum non videbantur). Dies Zitat wiederum gab Marie–Joseph de Chénier in seiner 1811 verfassten Tragödie „Tibère“ so wieder, wie wir es im Deutschen und in anderen Sprachen heute kennen: „Brutus et Cassius brillaient par leur absence“ („Brutus und Cassius glänzten durch ihre Abwesenheit“).
Wissenschaft
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Pferde haben unsere Geschichte entscheidend geprägt: Ihre Domestizierung vor etwa 4500 Jahren bedeutete eine Revolution für die menschliche Mobilität, Landwirtschaft und Kriegsführung. Eine Analyse von uralten Pferdegenomen zeigt nun, welche Gene die wilden Pferde zahm und reitbar machten. Dabei spielten seltene, in den...
Wissenschaft
Fliegen im Magnetfeld
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