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Die Grippe-Saison beginnt - Jetzt impfen lassen!

Jetzt ist die beste Zeit für den kleinen Pieks gegen die Grippe. Denn demnächst beginnt die Saison für die alljährliche Influenza-Welle. Gerade ältere Menschen und chronisch Kranke sollten sich daher Ende Oktober impfen lassen, weil die Influenza bei ihnen einen schweren, manchmal sogar tödlichen Verlauf nehmen kann. Wir erklären, warum das sinnvoll ist und woran man die echte Grippe erkennt.

Spritze in Oberarm
Jetzt ist die beste Zeit für den kleinen Pieks gegen die Grippe.

Die echte Grippe ist keine Lappalie. Denn im Gegensatz zu einer Erkältung kann sie schwere Folgen nach sich ziehen und sogar zum Tode führen. Immerhin bis zu 20.000 Menschen sterben allein in Deutschland jedes Jahr an den Folgen einer Influenza-Infektion. Während junge, gesunde Menschen die Krankheit meist gut überstehen, ist das Immunsystem von Älteren und von Menschen mit chronischen Erkrankungen dem Virus oft nicht gewachsen. Sie sind daher besonders gefährdet.

Wie erkenne ich eine echte Grippe?

In vielen Fällen merkt man gar nicht, dass man sich statt einer normalen Erkältung eine Grippe eingefangen hat. Denn in rund 80 Prozent der Fälle verläuft die Infektion glimpflich. Die Symptome ähneln dann einer starken Erkältung mit Fieber, Schnupfen, Husten und einem dicken Kopf. In rund 20 Prozent der Fälle aber droht ein schwererer Verlauf. Daher ist es wichtig, genau auf verräterische Anzeichen einer echten Grippe zu achten.

Typisch für eine Grippe ist, dass das Krankheitsgefühl sehr plötzlich und stark einsetzt: Von einem Moment auf den andern fühlen wir uns schwach, haben hohes Fieber mit Gliederschmerzen und teilweise sogar Schüttelfrost. Begleitet wird dies von Schweißausbrüchen, Appetitlosigkeit und einem allgemeinen Gefühl der Zerschlagenheit und Schwäche. Kommt dann noch ein trockener Husten hinzu, ist ein Besuch beim Arzt ratsam. Im Gegensatz dazu beginnt eine normale Erkältung meist eher schleichend, erst läuft die Nase, dann kratzt der Hals und erst später kommen auch Husten und Kopfschmerzen dazu.

Wer sollte sich impfen lassen?

Der beste Schutz gegen die Grippe ist eine Impfung. Weil sich das Virus sehr schnell verändert, werden die Impfstoffe für jede Saison neu angepasst, um gezielt vor den Virus-Varianten zu schützen, die voraussichtlich im Umlauf sein werden. Daher muss eine Grippeimpfung auch jedes Jahr wiederholt werden. Die beste Zeit für die Impfung ist  von Ende Oktober bis November. „Die Impfung ist eine wichtige und sichere Schutzmöglichkeit, auch wenn ihre Wirksamkeit schwanken kann“, betont Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts.

Empfohlen wird die Grippeimpfung für alle ab einem Alter von 60 Jahren, denn gerade bei Älteren sind schwere Krankheitsverläufe häufiger. Ebenso sollten sich Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel gegen die Infektion schützen. Denn eine Infektion mit dem Grippevirus kann der Entwicklung des Ungeborenen schaden. Zudem können antivirale Medikamente während der Schwangerschaft nur eingeschränkt eingesetzt werden, die Impfung ist daher die schonendere Alternative für Mutter und Kind.

Wichtig ist die Schutzimpfung auch für Kinder und Erwachsene, die an einer chronischen Krankheit leiden, beispielsweise chronische Bronchitis oder Asthma, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose machen anfälliger gegenüber einer Infektion. Aber selbst junge, gesunde Menschen sollten sich impfen lassen, wenn sie in medizinischen Einrichtungen arbeiten oder in ihrem Beruf mit vielen Menschen in Kontakt kommen, beispielsweise als Busfahrer oder Verkäufer.

Wie funktioniert die Impfung?

Gegen die Grippe impfen lassen kann man sich in jeder Arztpraxis – und kostenlos ist es auch. Denn die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten. Die heute eingesetzten Impfstoffe sind gut verträglich. In der Regel handelt es sich dabei um abgetötete Viren oder Virenfragmente, die unser Immunsystem auf die Infektion vorbereiten, aber selbst keine Grippe auslösen können.  Für Kinder gibt es seit zwei Jahren einen Impfstoff mit unschädlich gemachten lebenden Viren, der als Nasenspray verabreicht wird. Er hat sich für die kleinen Patienten als wirksamer erweisen – und es muss nicht "gepiekst" werden.

Damit der Schutz möglichst groß ist, enthalten die diesjährigen Impfstoffe eine Mischung aus den drei verschieden Stämmen von Influenza-Viren, die wahrscheinlich bei uns zirkulieren werden. Weil diese Vorhersagen nicht immer hundertprozentig stimmen, kann es sein, dass man trotz Impfung an einer Grippe erkrankt, beispielsweise, wenn man sich ein Virus einfängt, das nicht im Impfstoff enthalten war. Aber auch in diesem Falle hilft die Impfung: Die Krankheit verläuft dann sehr viel milder als bei ungeimpften.

Mehr Informationen zur Grippe-Impfung finden Sie auf der Webseite von Impfen info und beim Robert-Koch-Institut.

NPO, 26.10.2015
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