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Die Lunge: Lebenswichtiges Organ und Multitalent

Die Lunge gehört zu den lebenswichtigen Organen im menschlichen Körper. Sie ist ein zentraler Bestandteil der Atmung und damit unverzichtbar für Leben, Gesundheit und Wohlbefinden. Sie ist ständig im Einsatz und dabei ein echtes Multitalent. Ein genauerer Blick auf dieses lebenswichtige Organ enthüllt verblüffende Fakten.

Die Lunge im Überblick:

Die Lunge ist eines der größten Organe im menschlichen Körper. Sie ist paarig angelegt und besteht aus zwei Teilen, den so genannten Lungenflügeln. Jeder Lungenflügel ist wiederum in mehrere Lungenlappen unterteilt, in denen die Lungenbläschen sitzen. Der Mensch besitzt ungefähr 200 bis 300 Millionen Lungenbläschen.

Lage der Lungenflügel im menschlichen Oberkörper
Die Lunge ist eines der größten Organe des menschlichen Körpers.

Die Tätigkeit der Lunge

Die Lunge übernimmt im menschlichen Organismus eine lebenswichtige Funktion. Sie ist zentraler Bestandteil der Atmung und nimmt als solcher Sauerstoff auf und gibt Kohlendioxid wieder ab. Der Sauerstoff wird über die Luft aufgenommen. Zwischen 10.000 und 20.000 Liter Luft nimmt ein Mensch durchschnittlich am Tag durch die Atmung auf. Dazu muss die Lunge rund 20.000 mal aktiv werden, um etwa einen halben Liter Luft ein- und auszuatmen. Ungefähr 20 Prozent der eingeatmeten Luft bestehen aus Sauerstoff.

Der Sauerstoff wird über die Lunge aufgenommen und an das Blut weitergeleitet. Gleichzeitig gibt das Blut den Abfallstoff Kohlendioxid wieder an die Lunge ab, die es in den Lungenbläschen zwischenspeichert. Dieser Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid über die Lunge wird als Gasaustausch bezeichnet. Das in den Lungenbläschen gespeicherte Kohlendioxid wird beim Ausatmen wieder ausgestoßen und so aus dem Körper transportiert.

Das Einatmen ist ein aktiver Vorgang, bei dem sich verschiedene Muskelpartien zusammenziehen und für eine Aktivität der Atemorgane sorgen. Vor allem das Zwerchfell und die Zwischenrippenmuskeln sind an diesem Vorgang beteiligt. Beim Einatmen wird Luft in die Lunge gepumpt, der Sauerstoff wird herausgefiltert und an das Blut weitergegeben. Das Ausatmen ist dagegen ein passiver Vorgang, bei dem die zuvor angespannten Muskeln wieder entspannen. Das in der Lunge enthaltene Gas dadurch wird wieder ausgestoßen.

Schematische Darstellung des Ein- und Ausatmungsvorgangs
Treibende Kraft: Zwerchfell und die Zwischenrippenmuskeln sind am Atmungsvorgang beteiligt.

Das Lungenvolumen und seine Bedeutung

Das Lungenvolumen ist ein Begriff, der meist übergeordnet verwendet wird. Darunter sind verschiedene Volumina zu verstehen, die im Rahmen der Atmung gemessen werden können. Besonders häufig bezieht sich die Begrifflichkeit auf das Atemvolumen, das die Menge an eingeatmeter Luft pro Atemzug misst. Ein durchschnittlicher, gesunder Mensch atmet pro Atemzug ungefähr einen halben Liter Luft ein, wenn er sich im Ruhezustand befindet. Bei körperlicher Anstrengung wird die Atemfrequenz erhöht, die Menge an eingeatmeter Luft verringert sich aber durch den verkürzten Atemvorgang.

Die Lunge als wichtiges Atemorgan verfügt darüber hinaus über ein so genanntes Reservevolumen. Es beträgt rund 3 Liter und kann durch eine bewusst gesteuerte Atmung genutzt werden. Damit kommt ein gesunder Mensch zusammen mit der Atemluft auf ungefähr 3,5 Liter Luft, die pro Atemzug zur Verfügung stehen. Die Kombination aus Reservevolumen und Atemluft wird als Vitalkapazität bezeichnet. Die Vitalkapazität eines Menschen ist ungefähr um sein 20. Lebensjahr herum besonders hoch und erreicht im Schnitt bis zu vier Liter. Mit zunehmendem Alter wird die Vitalkapazität in der Regel geringer und kann mit der Zeit auf 2,5 Liter und weniger fallen. Durch gezieltes Training kann die Vitalkapazität auch länger auf einem hohen Niveau gehalten werden.

Ein weiterer Unterbegriff des Lungenvolumens ist das Atemzugvolumen. Es bezeichnet die Menge an Luft, die in einem festgelegten Zeitraum eingeatmet wird und gibt demnach an, wieviel Liter Luft ein Mensch pro Minute über mehrere Atemzüge aufnimmt. Um das Atemzugvolumen zu bestimmen, wird die Atemfrequenz während einer Minute gemessen und mit dem Atemvolumen pro Atemzug multipliziert. Etwa 7 bis 8 Liter atmet ein Mensch im Ruhezustand pro Minute ein. Bei einer erhöhten Atemfrequenz, beispielsweise während starker körperlicher Anstrengung, im Sport oder durch große Aufregung, kann auch das Atemzugvolumen stark erhöht sein. Rund 100 Liter können auf diese Weise pro Minute ventiliert werden.

Dampferin mit Utensilien
Moderne E-Zigaretten sind eine Alternative zu herkömmlichen Zigaretten.
Exkurs:

Rauchen und Lungenvolumen

Dass der Rauch von Zigaretten und anderen Tabakprodukten der Gesundheit der Lunge nicht gerade zuträglich ist, ist längst bekannt. Die Medizin weist seit Jahren auf die Risiken hin, die der Konsum von Tabak und Nikotin mit sich bringen können. Da die Inhaltsstoffe einer Zigarette über die Atemluft aufgenommen werden, gelangen sie direkt in die Lunge und können dort gesundheitliche Schäden hervorrufen. Kohlenmonoxid, Teer und Nikotin schädigen das Lungengewebe und beeinträchtigen so die Lungenfunktion. Durch Ablagerung der Fremdstoffe wird das Lungengewebe weniger beweglich, was sich negativ auf die Muskelkontraktion beim Einatmen auswirkt. Je weniger sich das Lungengewebe beim Einatmen ausdehnen kann, desto geringer wird das Lungenvolumen. Moderne E-Zigaretten sind eine Alternative zu herkömmlichen Zigaretten. Aus diesem Grund wird diese Form des Rauchens auch immer beliebter in der breiten Bevölkerung, was aber laut Informationen von Anbietern auch an dem wachsenden Angebot an Verdampfertechniken liegt. Beim Rauch einer E-Zigarette werden keine Substanzen verbrannt, der Körper nimmt keinen Teer auf, der sich in der Lunge festsetzen kann. Trotzdem enthalten die Liquids, die mit dem Rauch einer E-Zigarette aufgenommen werden, ebenfalls körperfremde Stoffe wie Nikotin und sind nicht frei von gesundheitlichen Risiken.

Experten schätzen, dass starke Raucher, vor allem herkömmlicher Zigaretten, im Schnitt innerhalb weniger Jahre 20 bis 30 Prozent ihres Lungenvolumens einbüßen können. Wird das Rauchen vollständig eingestellt, können sich das Lungengewebe und damit auch das Lungenvolumen innerhalb von einigen Jahren wieder weitgehend regenerieren. Ein gezieltes Sportprogramm kann den Regenerationsprozess beschleunigen. Ausführliche Informationen über die gesundheitlichen Risiken des Rauchens hat das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) auf seiner Homepage zusammengestellt.

Die Lungengesundheit fördern

Eine gesunde Lungenaktivität ist eine wichtige Grundvoraussetzung für eine gute gesundheitliche Verfassung und das Wohlbefinden. Auch wenn die Atmung im menschlichen Körper reflexartig und damit automatisch erfolgt, sollte der Funktion der Lunge ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit gewidmet werden. Der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) empfiehlt vor allem Menschen mit hoher körperlicher und seelischer Belastung, regelmäßig einen Lungenfunktionstest durchzuführen, um mögliche Beeinträchtigungen frühzeitig zu erkennen.

Eine gesunde Lunge lässt sich durch einige einfache Schritte unterstützen:

  1. Gesunde Ernährung: Vor allem Lebensmittel, die reich an Vitaminen wie Vitamin C und E sind, unterstützen die Lunge. Auch Antioxidantien, wie sie in verschiedenen Gemüsesorten enthalten sind, haben ebenfalls eine positive Wirkung.
  2. Viel frische Luft: Sauerstoffreiche Luft ist besonders gut für den Körper. Viel Bewegung an frischer Luft fördert optimal. Wer vor allem drinnen arbeitet, sollte das Zimmer regelmäßig lüften.
  3. Ein mäßiges Sportprogramm: Ein sanftes Ausdauertraining stärkt das Lungenvolumen und sorgt für einen ausgeprägten Gasaustausch. Vor allem an der frischen Luft fördert Sport die Lungengesundheit.
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