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Elisabeth von Thüringen

Leben für die Armen

Elisabeth von Thüringen war schon zu Lebzeiten ein Symbol selbstloser Nächstenliebe. Nur vier Jahre nach ihrem Tod wurde sie im Jahr 1235 von Papst Gregor IX. heilig gesprochen.

Elisabeth von Thüringen

Elisabeth von Thüringen (1207-1231). Ihre Heiligsprechung vollzog Papst Gregor IX. im Jahr 1235.

Elisabeth von Thüringen wurde im Jahr 1207 als Tochter des ungarischen Königs Andreas II. geboren. Bereits im Alter von vier Jahren wurde Elisabeth mit dem Landgrafensohn Ludwig IV. verlobt. Der Grund: eine fürstliche Koalition gegen Kaiser Otto IV. So gelangte Elisabeth 1211 nach Thüringen, wo die Hochzeit allerdings erst im Jahr 1221 begangen wurde. Schon zu Lebzeiten ihres Mannes wandte sich die Mutter dreier Kinder der religiösen Armutsbewegung ihrer Zeit zu.

Die Armutsbewegung des Hochmittelalters erfasste alle Stände, Kleriker und Laien, Männer und Frauen. Schon bald konnten auch die Reformorden des 12. Jahrhunderts und die neu entstandenen Nonnenklöster die wachsende Zahl von Frauen nicht mehr aufnehmen, die nach einem religiös geregelten Leben strebten. So schuf sich die von wirtschaftlichen und religiös-mystischen Motiven getragene Frauenbewegung im Beginentum eine eigene Lebensform außerhalb des Klosters. Der Name "Beginen" leitet sich dabei wohl von der Farbe ihres Kleides ab (bigio, niederländisch beige). Es unterschied sie schon äußerlich von den Bürgerinnen. 1216 erkannte Papst Honorius III. die neuen Genossenschaften mündlich an. Auch Elisabeth von Thüringen muss aus dieser Bewegung verstanden werden.

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Ute Becker, wissen.de
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