Lexikon

Asbst

[
der; griechisch, „unverbrennbar“
]
Bezeichnung für eine Gruppe feinfaseriger, seidenartig glänzender Silikat-Minerale von verschiedener Farbe, die seit mehr als 2000 Jahren bekannt sind und die in Russland, Kanada und Südafrika überwiegend im Tagebau gewonnen werden. Nach dem Muttergestein unterscheidet man Hornblende-Asbest (Amiant, Bergflachs, Byssolith) und Serpentin-Asbest (Chrysotil, Laukotil). Einige Asbestsorten zeichnen sich durch ungewöhnliche Eigenschaften aus: Sie sind feuerfest, unempfindlich gegen Säuren und Laugen und besitzen auch gute mechanische Eigenschaften (z. B. Verspinnbarkeit) sowie ein hohes elektrisches und thermisches Isoliervermögen. Aufgrund dieser Eigenschaften wurden Asbestgewebe lange Zeit für feuerfeste Schutzkleidung und als Dichtungs- und Isoliermaterial verwendet; ferner wurden Reibwerkstoffe (Bremsbänder, Bremsbeläge, Kupplungsbeläge) und Bauelemente (Rohre, Platten, Formteile, auch aus Asbestzement) hergestellt.
Die Verarbeitung und technische Anwendung von Asbest erzeugt Asbeststaub, der sich in Korngrößen unter 3 μm als stark gesundheitsschädlich erwiesen hat (Asbestose, Lungenkrebs) und dessen Herstellung und Verwendung in vielen Ländern verboten ist, u. a. in der ganzen Europäischen Union und der Schweiz, in Deutschland laut Gefahrstoffverordnung von 1993.
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