Lexikon
byzantịnische Musik
i. e. S. die weltliche und kirchliche Musik des Byzantinischen Reiches (330-1453), i. w. S. auch deren Fortbestand bis ins 18. Jahrhundert; sie wurzelt in dem Erbe der griechischen Kultur. – byzantinische Musik hatte vor allem eine liturgische Funktion (Hymnen u. a.), daneben war sie Spiegelbild der weltlichen und kirchlichen Herrscher-Macht in Form von Festgesängen und Lobliedern.
Die byzantinische Liturgie wurde im 4. Jahrhundert durch Basilius den Großen und Johannes Chrysostomos festgelegt. Beiträge und Erweiterungen stammten von Gregor von Nazianz, Romanos (um 550) u. a., die als Schöpfer neuer Melodien und Texte für Hymnen zu gelten haben. Seit dem 12. Jahrhundert wurde verlangt, dass jede neue Melodie auf eine alte Form zurückgehe, so dass sich die eigentliche Neuheit nunmehr eher in der melismatischen Verzierung ausprägte. Die wichtigsten musikalischen Formen waren Troparion, Kontaktion und Kanon.
Die byzantinische Musik kennt verschiedene Arten der Notation, die auch auf andere Liturgien des Ostens angewandt wurden (z. B. auf die koptische oder bulgarische): die ekphonetische (8. oder 9. bis 12./13. Jahrhundert), die paläobyzantinische (10.–12. Jahrhundert) mit mehreren Varianten, die mittel- (12.–15. Jahrhundert) und die neubyzantinische (15.–19. Jahrhundert) und endlich die moderne Notation. – Die liturgische byzantinische Musik ist monodisch und lässt nur einen vokalen Orgelpunkt zu (Ison), unter Ausschluss der Instrumente. In der Theorie lehnte sich die byzantinische Musik an die griechische an, jedoch ist es zu gelegentlichen vorderorientalischen Überlagerungen (insbesondere von Seiten der türkischen Musik) gekommen. Verschiedene Formen der byzantinischen Kirchenmusik finden sich auch in Liturgien, die einstmals unter byzantinischem Einfluss gestanden haben.
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