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LEXIKON

Dafoe

[
dəˈfɔu
]
Willem, US-amerikanischer Theater- und Filmschauspieler, * 22. 7. 1955 Appleton, Wisconsin; begann seine Karriere an Avantgardetheatern (Theater X, Wooster Group); Leinwanddebüt 1980, erfolgreich in der Darstellung komplizierter, hintergründiger Charaktere; Filme:
„Leben und Sterben in L.A.“ 1985;
„Platoon“ 1986; „Mississippi Burning“ 1988; „Wild at Heart“ 1990; „Der englische Patient“ 1996; „eXistenZ“ 1999; „Shadow of the Vampire“ 2000; „Spider-Man“ 2002; „Manderlay“ 2005; „Inside Man“ 2006; „Zurück im Sommer“ 2008; „Antichrist“ 2009.
  • Deutscher Titel: Platoon
  • Original-Titel: PLATOON
  • Land: USA
  • Jahr: 1986
  • Regie: Oliver Stone
  • Drehbuch: Oliver Stone
  • Kamera: Robert Richardson
  • Schauspieler: Tom Berenger, Willem Dafoe, Charlie Sheen
  • Auszeichnungen: Oscars 1987 Film, Regie, Ton, und Schnitt
Regisseur Oliver Stone selbst war 1967 als 21-jähriger Freiwilliger in Vietnam, und aus dieser Erfahrung heraus erzählt er seinen Film. Eindringlich und subjektiv schildert er die Irrationalität des Kriegs aus der Sicht der Soldaten, wodurch Ängste und Grausamkeiten für die Zuschauer greifbar werden.
Der junge Chris Taylor (Charlie Sheen) meldet sich freiwillig zum Dienst in Vietnam. Die 30 Mann starke Einheit wird von den Zugführern Elias (Willem Dafoe) und Barnes (Tom Berenger) befehligt zwei unterschiedliche Charaktere, die die innere Zerrissenheit der Armee im Krieg widerspiegeln: Elias bemüht sich um seine Leute, während für den pragmatischen Barnes Menschenleben nur geringe Bedeutung haben. Er und ein Teil seiner Männer töten kaltblütig unschuldige Zivilisten: Elias kann zwar in letzter Minute ein Massaker verhindern, wird von Barnes niedergeschossen. Taylor ahnt, wer hinter dem Tod von Elias steckt. Währenddessen sind die amerikanischen Stellungen durch die Vietcong gefährdet; die Armeeführung ordnet den Beschuss der eigenen Linien an. Nur wenige überleben das Inferno.
  • Deutscher Titel: Wild at Heart
  • Original-Titel: WILD AT HEART
  • Land: USA
  • Jahr: 1990
  • Regie: David Lynch
  • Drehbuch: David Lynch, nach einem Roman von Barry Gifford
  • Kamera: Frederick Elmes
  • Schauspieler: Nicolas Cage, Laura Dern
  • Auszeichnungen: Goldene Palme Filmfestspiele Cannes 1990 für Film
David Lynchs amerikanischer Alptraum über das Verhältnis von Liebe und Gewalt, »Wild at Heart«, feiert Premiere bei den Filmfestspielen in Cannes. Der Regisseur, der die Zuschauer schon häufig mit Geschichten von Außenseitern schockiert hat (»Der Elefantenmensch«, 1980; »Blue Velvet«, 1985), präsentiert eine Liebesgeschichte, die er auf einer genialen Gratwanderung zwischen Kitsch und Horror, Gewalt und Romantik erzählt.
Lula (Laura Dern) und Sailor (Nicolas Cage) fliehen vor der Rachsucht und dem Hass von Lulas Mutter (Diane Ladd), die Sailor sogar umbringen lassen will. Auf ihrer bizarren »Reise« lernen sie sich selbst und ihre Beziehung kennen. Doch sie treffen auch skurrile und höchst gewalttätige Menschen, die zwar Opfer ihrer eigenen psychischen Irritation sind, aber die Verbindung des jungen Paares bedrohen. Auch deren Liebe schlägt in Gewalt um, wird aber auf wundersame Weise erhalten.
»Wild at Heart« wird zwei Tage später als bester Film mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Die umstrittene Entscheidung führt bei Publikum und Kritikern gleichermaßen zu einem hart geführten Diskurs über die Grenzen von Gewaltdarstellungen.
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