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LEXIKON

Dekadnz

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die
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Verfall, Niedergang, Entartung, Überfeinerung. Der ursprünglich negative Dekadenz-Begriff wurde 1867 von C. Baudelaire auf die literarische Avantgarde übertragen und damit positiv umgedeutet; seitdem allgemeine Bezeichnung für die gesamteuropäische Literatur an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert (auch „fin de siècle“). Die literarische Dekadenz äußerte sich in einer bestimmten Lebenshaltung (Vorstellung vom Ende der Kultur und damit verbunden die Flucht in eine überfeinerte Sinnlichkeit, Ichbezogenheit sowie Streben nach ästhetischer Perfektion und rauschhaftem Lebensgenuss), die sich vom Naturalismus und den bürgerlichen Normen distanzierte. Hauptvertreter waren im französischsprachigen Raum J.-K. Huysmans, S. Mallarmé, A. Rimbaud, P. Verlaine; im deutschsprachigen Raum A. Schnitzler, R. Beer-Hofmann, in ihren Frühwerken H. von Hofmannsthal, H. Mann, T. Mann, R. M. Rilke; daneben O. Wilde, G. DAnnunzio, H. J. Bang, A. P. Tschechow.
Baudelaire, Charles
Charles Baudelaire
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