Lexikon

Diocletiạn

Diocletian, Gaius Valerius
Gaius Valerius Diocletian
Reichsteilung Diocletians
Reichsteilung Diocletians
Aurelius Victor in seiner Kaisergeschichte (4. Jahrhundert) über die Herrschaft Diocletians (284–305):

Zu Diocletianus schauten sie alle wie zu einem Vater oder wie zu einem mächtigen Gotte auf ... Da die Last der Kriege ... immer heftiger und drückender wurde, teilten sie gleichsam das Reich: Constantius wurde alles Land jenseits der Alpen, das zu Gallien gehört, anvertraut, Afrika und Italien dem Herculius; Illyrien und die Küsten bis an die Meerengen des Schwarzen Meeres dem Galerius, alles übrige blieb bei Diocletianus. Von dieser Zeit ab wurde einem Teil Italiens die Bürde ungeheurer Steuern auferlegt ... und eine neue Abgabe gesetzlich eingeführt, [die sich] zu meiner Zeit zum wahren Verderben ausgewachsen [hat]."

Gaius Valerius Diocles, als Kaiser: Gaius Aurelius Valerius Diocletianus, römischer Kaiser 284–305, * um 243 Dalmatien, † 313 (?); stammte aus sozial niedrigen Verhältnissen und war als Soldat emporgekommen; am 17. 9. 284 von den Soldaten in Nikomedia zum Kaiser ausgerufen. Neuordner des Reichs durch Verfassungsreform, schuf das System der Tetrarchie („Viererherrschaft“): zwei Augusti mit je einem Caesar. Diocletian setzte zuerst seinen Freund Marcus Aurelius Maximianus zum Caesar und 286 zum Augustus für den Westen ein. Caesares wurden 293 Gaius Galerius, Valerius Maximianus und Marcus Flavius Valerius Constantius Chlorus. Diocletian verwaltete den Osten (Residenz Nikomedia), Maximian Italien und Africa (Residenz Mailand), Galerius Illyrien, Makedonien, Griechenland (Residenz Sirmium), Constantius Chlorus Spanien, Gallien und Britannien (Residenzen Trier und York). Militär- und Zivilverwaltung wurden streng getrennt, die Gliederung und Verwaltung des Reichs dezentralisiert, indem man das Reich in 12 Diözesen mit insgesamt 101 Provinzen aufteilte. Die wirtschaftliche Lage versuchte Diocletian durch Ausbau des staatlichen Zwangsapparats zu verbessern. Ausbau eines beweglichen Feldheers und Zwangsinnungen der Handwerker zu dessen Versorgung; Bindung der Bauern an die Scholle (Kolonat) zur Verhinderung der Landflucht und besserer Steuererhebung. 303/04 befahl Diocletian eine allgemeine Christenverfolgung mit Kultverbot, Niederreißen der Kirchen, Beschlagnahme des Gemeindevermögens und Bibelverbrennungen. Am 1. 5. 305 trat Diocletian zurück.
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