Lexikon
Fotografie
[griechisch]
Photographie; Lichtbildnerei; LichtbildkunstKünstlerische Fotografie
Die ersten – mit Vorbehalt – als künstlerisch zu wertenden fotografischen Abbildungen (Stillleben) entstanden ab 1837 durch L. J. M. Daguerre. Zu den ersten Meistern der künstlerischen Fotografie gehörten D. O. Hill und R. Adamson. Sie schufen zusammen Porträts und Landschaftsbilder, die wegbereitend waren für die Porträtfotografie von J. M. Cameron und F. Hollyer.
Der Pictorialismus war der erste eigentliche Kunststil der Fotografie; er erstrebte durch Auflösen der Linien und teilweise Bildunschärfe die Imitation impressionistischer Malerei (E. Steichen, A.-L. Coburn und H. Henneberg). Die Fotografie in der Manier des Jugendstils zeichnete sich aus durch idealisierend dekorative Darstellung (T. Hofmeister, O. Hofmeister, G. Käsebier und H. Watzek). Neue Ausdrucksmittel der künstlerischen Fotografie erschlossen in den 1920er Jahren M. Ray, E. Lissitzky und L. Moholy-Nagy, die sich einer betont optischen Fotografie zuwandten. Eine an der Neuen Sachlichkeit orientierte Richtung (A. Renger-Patzsch, A. Blossfeldt, E. Weston) leitete mit ihrer Forderung nach sachbezogener Präzision zur Genauigkeit der Reportagefotografie über. Fotografie und Fotomontage prägten zunehmend die politische und wirtschaftliche Werbung. Die Modefotografie erreichte in den 1930er Jahren ihre ästhetische Perfektionierung (H. P. Horst, C. Beaton).
Die künstlerische Fotografie seit 1945 erhielt entscheidende Impulse durch O. Steinerts Konzept einer „subjektiven Fotografie“ und durch das „New Bauhaus“ in den USA. Deren unterschiedliche experimentelle Techniken wurden seit den 1960er und 1970er Jahren fester Bestandteil zeitgenössischer Kunstströmungen (Aktionskunst, Fluxus, Conceptual Art). Den Vertretern der Pop-Art und des Fotorealismus diente die Fotografie ebenso häufig als Ausgangspunkt wie den Arbeiten von G. Richter und A. Rainer. Neben Fotosequenzen (J. Klauke) und Fotoskulpturen (Gilbert & George) entstanden zunehmend Fotoserien, die der „Spurensicherung“ (C. Boltanski) oder der sequenzartigen Architekturdokumentation (B. und H. Becher) dienten.
- Einleitung
- Technik
- Geschichte der Fotografie
- Fotografische Arbeitsgebiete
- Künstlerische Fotografie
- Fotojournalismus
Wissenschaft
Wie aus Gebrabbel Sprache wird
Sprachwissenschaftler und Entwicklungspsychologen erforschen, wie Kinder sprechen lernen und was dabei in ihrem Gehirn geschieht. Offenbar finden schon im Säuglingsalter komplexe Prozesse statt. von ANDREA MERTES Neulich auf der Straße: Eine Mutter schiebt ihr Baby im Buggy, ein Hund läuft vorbei. Daraufhin beugt die Mutter sich...
Wissenschaft
Lasst sie brennen!
Eines meiner schönsten Erlebnisse ist der Besuch des Sequoia-Nationalparks im US-Bundesstaat Kalifornien. Die majestätischen Riesenmammutbäume, die dort stehen, sind nicht nur in den räumlichen, sondern auch in der zeitlichen Dimension wahre Giganten: Die größten Exemplare haben eine Höhe von 95 Metern, und nicht wenige von ihnen...
Mehr Artikel zu diesem Thema
Weitere Artikel aus dem Kalender
Weitere Artikel aus dem Wahrig Fremdwörterlexikon
Weitere Lexikon Artikel
Weitere Artikel aus dem Großes Wörterbuch der deutschen Sprache
Weitere Artikel auf wissenschaft.de
Die Rolle der Faszien
Schwarze Löcher erschüttern das All
Ein Fest der kulinarischen Unvernunft
Kampf dem „Hicks“!
Das molekulare Gedächtnis
Zurück zum Mond