Lexikon
Gọtik
Plastik
Die frühgotische Plastik des 13. Jahrhunderts war zunächst streng an die Bauten gebunden. Hierbei lässt sich anfangs (Westportal Chartres) eine strenge Formalisierung der Figuren im Gegensatz zu der üppigen Formenvielfalt der Romanik feststellen. In der weiteren Entwicklung kam es bei immenser Produktion (die Kathedrale in Chartres weist etwa 1800 plastische Bildwerke auf) sowohl zu einer Loslösung der Skulptur aus der Wandfläche, als auch zu einer Verlebendigung der individuellen Erscheinung der Gesamtskulptur und all ihrer Teile (u. a. durch fließende Gewandformen). Die spätgotische Phase des weichens Stils dünnte die Figuren aus, überlängte sie und erhob den S-Schwung zum Ideal. Unabhängig von der Architektur aber oftmals mit architektonischen Formelementen entstanden zahlreiche Flügel- und Schnitzaltäre aus Holz, die außergewöhnliche Größen erreichen konnten (Spanien, Deutschland). Spezialisierte Werkstätten und Künstlerpersönlichkeiten fanden ein weites Betätigungsfeld (V. Stoß, M. Pacher, T. Riemenschneider). Durch die zunehmende Bedeutung der privaten Andacht in der Spätgotik entstanden Andachtsbilder und Privataltäre in großer Zahl.
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