Lexikon
Hitler
Der Weg in den Untergang
Hitler konzentrierte seit 1933 sein Interesse auf Außen-, Militär- und Rüstungspolitik. Während er eine forcierte Aufrüstung betrieb, gab er vor, lediglich die durch den Versailler Vertrag beseitigte Gleichberechtigung Deutschlands wiederherstellen zu wollen. Er erzielte große außenpolitische Erfolge: 1935 Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht, 1936 Besetzung des entmilitarisierten Rheinlandes, 1938 Anschluss Österreichs und des Sudetenlandes. Diese Erfolge und der durch das Ende der Weltwirtschaftskrise begünstigte Abbau der Arbeitslosigkeit verschafften ihm eine beträchtliche Popularität. Hitlers wirkliches Ziel war jedoch ein Krieg um „Lebensraum“ im Osten und letztlich um die Vorherrschaft in Europa. Daher war seine Politik seit 1936 beschleunigt auf den Übergang zur kriegerischen Expansion ausgerichtet, und der Ausbruch des 2. Weltkrieges mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. 9. 1939 war Folge eines zielgerichteten Kurses.
Die militärischen Erfolge der ersten Feldzüge, deren Strategie Hitler mitbestimmt hatte, führten dazu, dass er sich auch als Feldherr für unfehlbar zu halten begann. Im Dezember 1941 übernahm er selbst den Oberbefehl über das Heer. Widerspruch seiner militärischen Berater ertrug er immer weniger, auch als die Kriegslage immer aussichtsloser wurde. Ein Waffenstillstand kam für ihn zu keinem Zeitpunkt des Krieges in Frage. Die propagierte „Neuordnung Europas“ wurde nicht in Angriff genommen; vielmehr betrieb Hitler in den eroberten Gebieten, besonders in der Sowjetunion und in Polen, eine brutale Unterdrückungspolitik. 1941 befahl er als letzte Konsequenz seines antisemitischen Programms die „Endlösung der Judenfrage“, d. h. die Vernichtung der in seinem Machtbereich lebenden Juden; ihr fielen rd. 6 Mio. Menschen zum Opfer. Hitler entging mehreren Versuchen von Mitgliedern der Widerstandsbewegung, ihn zu töten und damit Deutschland vor der totalen Niederlage zu retten. Der Verantwortung für den Ruin des Deutschen Reiches entzog sich Hitler am 30. 4. 1945 durch Selbstmord im Bunker der Reichskanzlei in Berlin, das bereits von sowjetischen Truppen eingeschlossen war. Mit ihm starb seine langjährige Geliebte Eva Braun, die er am Vortag geheiratet hatte. Ihre Leichen wurden verbrannt.
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