Lexikon
Indonesien
Bevölkerung
Im Vielvölkerstaat leben größtenteils (Jung-)Indonesier, darunter Javaner, Sundanesen, Maduresen und Balinesen, sowie altindonesische (altmalaiische) Völker und Melanesier (vor allem in Neuguinea). Die schon seit Jahrhunderten ansässige chinesische Minderheit spielt vor allem im städtischen Wirtschaftsleben eine wichtige Rolle.
Die meisten Indonesier sind Muslime (vor allem Sunniten), die vielfach in mächtigen islamischen Verbänden organisiert sind. Hindus leben vor allem auf Bali, Christen auf den Molukken. Amtssprache und zugleich „Band“ zwischen den Völkern ist Bahasa Indonesia, eine Form des Malaiischen, die von den meisten Indonesiern zumindest verstanden wird. Die größte ethnische und sprachliche Vielfalt weist Papua (West-Neuguinea) auf. Viele kleine Ethnien haben infolge der Rodung der Regenwälder und der Ausweitung der Agrarflächen nur noch geringe Überlebenschancen.
Etwa 1000 Inseln sind ständig bewohnt; die meisten Indonesier leben auf Java, der seit jeher am dichtesten besiedelten Insel mit der Hauptstadt Jakarta, die sich zusammen mit Bogor, Tangerang, Bekasi zu einem mehr als 15 Mio. Menschen umfassenden Ballungsraum entwickelt hat. Zwei Drittel der Bevölkerung drängen sich auf den Inseln Java, Madura und Bali, die aber nur etwa 8% der Landfläche ausmachen. Am dünnsten besiedelt sind Teile Borneos und Papua.
Dem Bevölkerungsdruck auf Java, Bali und Madura wollten schon die niederländischen Kolonialherren mit Umsiedlungen begegnen. Die Zwangsumsiedlung (Transmigrasi) wurde seit 1969 vom Suharto-Regime forciert, doch hat sie den Geburtenüberschuss und die Zuwanderung von den äußeren Inseln bei weitem nicht ausgleichen können und in den Neuansiedlungsgebieten zu teils gewaltsamen Konflikten mit der indigenen Bevölkerung geführt, etwa mit den Dajak auf Borneo.
Wissenschaft
Atomare Antreiber
Neue Katalysatoren sollen umweltverträgliche und preisgünstige Produkte ermöglichen, etwa für den Einsatz in Medizin, Landwirtschaft oder Elektroautos mit Brennstoffzellen. von REINHARD BREUER Es begann mit einem Knall. Man schrieb das Jahr 1823. Da mischte Johann Wolfgang Döbereiner Luft und Wasserstoff, dann brachte er das...
Wissenschaft
Industrie-Abgase können lokalen Schneefall fördern
Von Industrieanlagen ausgestoßene Abgase verschmutzen nicht nur die Luft, sie können auch das Wetter verändern, wie Klimaforscher herausgefunden haben. Die ausgestoßenen Partikel fördern demnach die Eisbildung in den Wolken und erzeugen dadurch vermehrt Schneefall im Lee der Fabriken. Durch diese Niederschläge reduziert sich in...