Lexikon
Kantạte
Musik
[
die; italienisch, „Singstück“, im Gegensatz zu Sonate, „Spielstück“
]aus Italien stammende Kompositionsgattung für eine oder mehrere Singstimmen und Instrumente, entstanden als Solokantate in der Nachfolge des Madrigals. In ihrer ersten Blütezeit um 1650 war die Kantate wie das Madrigal rein weltlich (meist Liebespoesie) und diente der musikalisch und literarisch hoch stehenden Unterhaltung aristokratischer Kreise. Einer der ersten Meister der Kantate war L. Rossi (* 1598, † 1653). Weitere bedeutende italienische Kantatenkomponisten waren G. Carissimi, A. Stradella, A. Steffani, F. Cavalli, M. A. Cesti, G. Legrenzi und vor allem A. Scarlatti (ca. 600 Kantaten, davon 374 Solokantaten).
In Deutschland entwickelte sich die Kantate vor allem als geistliche Kantate innerhalb der aufblühenden evangelischen Kirchenmusik, z. B. bei M. Praetorius, M. Weckmann, F. Tunder und besonders D. Buxtehude (Lübecker Abendmusiken). J. S. Bach erhob schließlich die Choralkantate zum Inbegriff der evangelischen Kirchenmusik (ca. 200 Kantaten sind erhalten).
Im späteren 18. und im 19. Jahrhundert trat die Kantatenkomposition zurück; dagegen erhielt sie im 20. Jahrhundert wieder Bedeutung. Jugendmusik und die Wiedererweckung alter Musik haben auch die Kantate neu belebt, besonders die evangelische Kirchenkantate (H. Kaminski, K. Thomas, K. Marx, H. Reutter).
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