Lexikon

Krankheit

lateinisch Morbus, griechisch Nosos; Pathos
Störung der Lebensvorgänge in einzelnen Organen oder dem gesamten Organismus, die sich durch subjektiv empfundene oder objektiv feststellbare körperliche, seelische oder geistige Veränderungen ausdrückt. Eine Krankheit kann plötzlich und heftig, aber vorübergehend (akut) oder dauerhaft (chronisch) sein, sie kann in Schüben verlaufen (Wechsel zwischen Verbesserung und Verschlechterung) oder nach vermeintlichem Abheilen wieder aufbrechen (Rezidiv) und im schwersten Fall zum Tod führen. Man unterscheidet zwischen der Krankheit eines Organs (funktionelle Krankheit) und der Krankheit des Gesamtorganismus (Allgemeinerkrankung oder systemische Krankheit) und zwischen organischer, psychischer und psychosomatischer Krankheit.
Die Feststellung einer Krankheit (Diagnose) erfolgt durch Erfassen der Krankengeschichte (Anamnese) und der Krankheitszeichen (Symptome) sowie einer Untersuchung des Kranken und ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung (Therapie) und die Vorhersage des Krankheitsverlaufs (Prognose). Zur Krankheitsvorbeugung (Prophylaxe) können z. B. pflegerische und medikamentöse Maßnahmen oder Schutzimpfungen eingesetzt werden.
Die Lehre von den Krankheiten (Ursachen, Arten und Erscheinungsformen) ist die Pathologie. Die Ursachen von Krankheiten unterteilt man in äußere (exogene) Faktoren wie Krankheitserreger (Viren, Bakterien, Parasiten), Verletzungen, Verbrennungen, Vergiftungen, Umwelteinflüsse, Ernährungs- und Lebensgewohnheiten und innere (endogene) Faktoren wie die ererbte (genetische) oder die erworbene Veranlagung (Disposition) für bestimmte Krankheiten, der aktuellen Abwehrkraft des Immunsystems sowie der gesamten seelischen und körperlichen Verfassung. Das Zusammenspiel dieser Faktoren entscheidet darüber, ob eine Krankheit überhaupt ausbricht und welchen Verlauf sie nimmt.
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