Lexikon
niederländische Musik
Musik in den Spanischen Niederlanden
Neben dem Erbe der franko-flämischen Schule und ihres letzten bedeutenden Vertreters Orlando di Lasso prägten zunächst wiederum ausländische Einflüsse das Musikleben. Der Engländer Peter Philips (* 1560/61, † 1628) schuf Motetten, Madrigale und Klaviermusik und der Italiener Gioseffo Zamponi (* um 1600/1601, † 1662) leistete mit „Ulisse nell’isola da Circe“ einen ersten Beitrag zur Geschichte der niederländischen Oper. Englische und italienische Stilelemente weist das Werk von Willem de Fesch auf, der vor allem Kammermusik schuf. Kulturelles Zentrum zu Beginn des 18. Jahrhunderts war Brüssel, wo im Jahr 1700 das noch heute existierende „Théâtre de la Monnaie“ eröffnet wurde und der italienischstämmige Oratorienkomponist Jean-Joseph Fiocco (* 1686, † 1746) wirkte. Im 18. Jahrhundert gewann die Instrumentalmusik zunehmend an Bedeutung, die neben italienischen auch französische Einflüsse aufnahm wie bei Pierre van Maldere (* 1729, † 1768), dessen Sinfonien als Wegbereiter der Klassik gelten. Daneben etablierten sich seit dem frühen 17. Jahrhundert die „cantiones natalitiae“ als spezifisch niederländische Weihnachtsmusik. Auch in der Oper begann eine musikalische Emanzipation, so z. B. bei Carolus Hacquart (* um 1640, † nach 1700), der 1678 das erste Bühnenwerk in niederländischer Sprache schuf, sowie mit Jean-Noël Hamals (* 1709, † 1778) Opern in wallonischer Sprache.
- Einleitung
- Musik in der Republik der Vereinigten Niederlande
- Musik in den Spanischen Niederlanden
- Politische und kulturelle Emanzipation
- Moderne
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