Lexikon
niederländische Musik
Musik in der Republik der Vereinigten Niederlande
Eine elementare musikgeschichtliche Rolle spielten im 17. Jahrhundert die Organisten, die z. T. gleichzeitig auch als Interpreten, Komponisten, Dirigenten und Lehrer wirkten. Der bedeutendste unter ihnen war Jan Pieterszoon Sweelinck, der als Orgelvirtuose und –komponist prägend für die norddeutsche Orgelschule um Samuel Scheidt sowie für niederländische Komponisten wie Anthoni van Noordt (* um 1619, † 1675) war. Neben den Organisten waren die Stadtpfeifer und Glockenspieler wichtige Kulturträger des öffentlichen Musiklebens, das im 17. und 18. Jahrhundert u. a. auch in Kirchen, Adels- und Konzerthäusern sowie vor allem als Hausmusik in den Collegii musici stattfand und noch lange Fremdeinflüssen unterlag. So dominierte in der Oper mit Werken von Jean-Baptiste Lully der französische Einfluss, in Amsterdam wirkten Conrad Friedrich Hurlebusch (* 1691, † 1765) aus Deutschland und Pietro Locatelli aus Italien. Die Stadt war darüber hinaus neben Den Haag und Rotterdam regelmäßig Schauplatz für Gastspiele von Musikergrößen wie Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Christian Bach, Georg Friedrich Händel, oder Ludwig van Beethoven. Bedeutende einheimische Musiker dieser Zeit waren: Constantijn Huygens (* 1596, † 1687), der zahlreiche Werke für für Laute, Gambe und Gitarre schuf, und Adriaen Valerius (* um 1575, † 1625), dessen „Altniederländisches Dankgebet“ Teil des Großen Zapfenstreichs ist.
- Einleitung
- Musik in der Republik der Vereinigten Niederlande
- Musik in den Spanischen Niederlanden
- Politische und kulturelle Emanzipation
- Moderne
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