Lexikon
Nordamerika
Wirtschaft
Nordamerika ist der bedeutendste Wirtschaftsraum der Erde. Dies gilt für die landwirtschaftliche, bergbauliche und industrielle Produktion, den Welthandel und den Weltluftverkehr. Die USA und Kanada sind als Farmland erobert worden und ihre Wirtschaft war bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem von der Landwirtschaft bestimmt. Der ab Mitte des 20. Jahrhunderts stattfindende Strukturwandel bewirkte eine immer stärker werdende Konzentration und Technisierung der Farmen. Die landwirtschaftlichen Betriebe produzieren große Exportüberschüsse, etwa bei Weizen, Mais, Sojabohnen, Baumwolle und Tabak.
Nordamerika verfügt über reiche Erz- und Primärenergielagerstätten aller Art. Kanada ist im weltweiten Vergleich im Bergbau der wichtigste Erzexporteur; Mexiko gehört zu den fünf größten Erdölexporteuren. Da die USA die Nation mit dem höchsten Energieverbrauch der Welt sind, sind sie auf entsprechende Importe angewiesen.
Der Anteil der USA an der Weltindustrieproduktion beträgt rund 25%. Ein wichtiges Charakteristikum der nordamerikanischen Wirtschaft ist die Herausbildung von Großbetrieben und der Zusammenschluss zu Konzernen, die zur Sicherung von Marktanteilen inzwischen multinational sind. Seit Ende des 2. Weltkriegs sind die USA die führende Wirtschaftsmacht der Welt. Der US-Dollar ist zur Leitwährung für zahlreiche andere Währungen geworden und der Dollarkurs bestimmt die Weltmarktpreise der Rohstoffe. Mexiko dagegen ist wirtschaftlich ein sog. Schwellenland, in dem in den letzten Jahrzehnten große Anstrengungen zur Industrialisierung und Modernisierung unternommen wurden. Dennoch ist das Wirtschaftsgefälle zu dem nördlichen Anrainer sehr groß, was sich auch in dem anhaltenden Strom illegaler Einwanderer in die USA ausdrückt. Zur Aufhebung von Handelsschranken wurde 1994 das Wirtschaftsbündnis NAFTA (North American Free Trade Agreement) zwischen den USA, Kanada und Mexiko gegründet.
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