Lexikon

portugiesische Kunst

Architektur

An Bauwerken aus der Römerzeit besitzt Portugal den großen Tempel und die Reste der Wasserleitung zu Evora; aus maurischer Zeit ist fast nichts erhalten. Die ersten romanischen Kathedralen (Coimbra, Evora, Lissabon, 12. Jahrhundert) lassen den Einfluss spanischer Vorbilder (Santiago de Compostela) erkennen. Mit der Abteikirche von Alcobaca (11531222), erbaut von Zisterziensern, begann in Portugal die Gotik, die mit dem riesigen Bau von Sta. Maria de Batalha (13881402) reiche Zierformen entwickelte. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts war der Emanuelstil die Blütezeit der portugiesischen Architektur (Universitätskirche in Coimbra, S. Francisco in Evora, Kloster der Hieronymiten in Belém). Nach der Mitte des 15. Jahrhunderts verstärkte sich der italienische Einfluss (S. Graça in Evora, S. Maria da Concaiçao bei Thomar); er setzte sich besonders seit der Berufung des Jesuitenarchitekten Filippo Terzi durch („Philippinischer“ Kreuzgang zu Thomar; S. Vincente da Fora, Lissabon) und blieb bis ins 17. Jahrhundert wirksam. Weniger fruchtbar waren die folgenden Jahrhunderte für die portugiesische Architektur; im 18. Jahrhundert suchte König João V. dem spanischen Escorial mit dem Riesenkloster Mafra einen gleichwertigen Bau zur Seite zu stellen. Im 19. Jahrhundert wurden wichtige Bauaufträge vornehmlich von Ausländern im neoklassizistischen Stil ausgeführt. Als Verfechter einer zugleich modernen und nationalen Baugesinnung trat zu Beginn des 20. Jahrhunderts Paul Lino hervor.
  1. Einleitung
  2. Architektur
  3. Plastik
  4. Malerei
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