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Europäische Integration

1986 wurde Portugal Mitglied der Europäischen Gemeinschaft und Soares Staatspräsident. Seit 1987 konnte sich die PSD-Regierung unter Aníbal Cavaco Silva als Erste seit dem Sturz der Diktatur auf eine absolute Mehrheit im Parlament stützen. 1992 stimmte die Volksvertretung dem Maastrichter Vertrag über die Europäische Union zu. Die europäische Integration beflügelte die portugiesische Wirtschaft. Die Parlamentswahlen von 1995 gewannen die Sozialisten, deren Minderheitsregierung unter António Guterres in den Wahlen 1999 bestätigt wurde. Auch die Präsidentschaftswahlen von 1996 gewann mit Jorge Sampaio ein Sozialist. 1999 übergab Portugal seine Kolonie Macau an China. Nach einer schweren Niederlage der Sozialisten bei Kommunalwahlen trat Guterres 2001 zurück. Die 2002 angesetzten Neuwahlen gewann der PSD unter seinem Vorsitzenden José Manuel Durão Barroso. Er bildete mit der nationalkonservativen Volkspartei eine Koalition. 2004 wurde Barroso zum Präsidenten der Europäischen Kommission berufen. Innenpolitische Auseinandersetzungen führten 2005 zu vorgezogenen Neuwahlen, bei denen die Sozialisten (PS) die absolute Mehrheit im Parlament gewannen. Ihr Spitzenkandidat José Sócrates wurde Ministerpräsident. 2006 wurde der ehemalige Regierungschef Cavaco Silva neuer Staatspräsident.
Die Regierung Sócrates schlug einen strikten Reformkurs ein, so setzte sie das Renteneintrittsalter herauf und modernisierte denj öffentlicher Dienst und das Bildungssystem. Gegen die Reformpolitik der Regierung kam es wiederholt zu Massenprotesten. Während der portugiesischen EU-Ratspräsidentschaft konnte 2007 der Vertrag von Lissabon unterzeichnet werden. Bei den Parlamentswahlen 2009 verloren die Sozialisten die absolute Mehrheit. José Sócrates blieb aber Regierungschef an der Spitze eines Minderheitskabinetts, das zur Bekämpfung der Folgen der Weltwirtschafts- und Finanzkrise 2010 ein umfangreiches Maßnahmebündel verabschiedete. Das harte Sparprogramm und drastische Steuererhöhungen lösten am 24. 11. 2010 einen Generalstreik aus. Am 23. 1. 2011 bestätigte die Bevölkerung Cavaco Silva im ersten Wahlgang im Präsidentenamt. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der politischen Entwicklung manifestierte sich am 12. 3. 2011 in Großdemonstrationen in Lissabon und Porto. Nachdem ein weiteres Sparprogramm der Regierung am 23. 3. 2011 keine parlamentarische Mehrheit fand, erklärte Sócrates seinen Rücktritt. Am 7. 4. 2011 beantragte das Land Finanzhilfen aus dem Euro-Rettungsschirm. Aus vorgezogenen Neuwahlen am 5. 6. 2011 ging die von P. Passos Coelho geführte bürgerliche PSD als stärkste Kraft hervor. Sie gewann 108 von 230 Parlamentsmandaten. Die Sozialistische Partei verlor 23 Mandate und kam nur noch auf 74 Sitze.
  1. Einleitung
  2. Natur und Klima
    1. Gebirgiger Norden
    2. Flacher bis hügeliger Süden
    3. Ozeanisches Klima
  3. Bevölkerung
    1. Aus- und Einwanderung
  4. Bildung
  5. Staat und Politik
  6. Wirtschaft und Verkehr
    1. Portwein und Kork
    2. Vielseitige Kleinindustrie
    3. Badetourismus
    4. Zweigeteiltes Verkehrsnetz
  7. Geschichte
    1. Staatswerdung
    2. Koloniale Expansion
    3. Reformen und Republik
    4. Die Ära Salazar und die Nelkenrevolution
    5. Europäische Integration
Stempel mit umgedrehtem Text neben aufgedrucktem Wort
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