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Moral im Kopf

Wie Hirnforscher das moralische Bewusstsein lokalisieren

Nach dem Tod von Ulrike Meinhof untersuchte der Magdeburger Psychiater Prof. Dr. Bernhard Bogerts das Gehirn der Journalistin und späteren RAF-Terroristin. Der Befund: Gefäßtumor in der Region nahe dem so genannten „Mandelkern“. Er vermutete einen Kausalzusammenhang zwischen der Hirnveränderung und dem „Realitätsverlust“, der schließlich in die terroristischen Handlungen mündete. Doch war es wirklich so einfach?

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1931: Einstein an Tafel mit berühmter Formel
Ob Albert Einstein, Lenin oder Ulrike Meinhof - immer wieder wurden die Gehirne herausragender Persönlichkeiten nach deren Tod extrahiert, seziert, imprägniert und katalogisiert. Hinter diesen aus heutiger Sicht naiv anmutenden Versuchen stand die Hoffnung, mit Hilfe der scharf geschliffenen Skalpelle der Wissenschaft den Geist zu erfassen, also das, was zu Lebzeiten das Denken und Handeln des Menschen bestimmt hat. Man wollte Antworten auf Fragen finden wie: Was unterscheidet das Gehirn eines Genies von dem eines Normalsterblichen? Gibt das Gehirn eines Massenmörders Aufschluss über seine moralische Verfassung? Zeigt das Gehirn einer Terroristin Spuren von Terrorbereitschaft?

So absurd solche Fragen auch klingen - die Versuchung, über die Materie den Geist zu erklären, in der Hirnmasse nach dem Charakter zu suchen, ist heute verlockender denn je. Die neuen bildgebenden Verfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT) oder Positronenemissionstomographie (PET) ermöglichen erstmals Einsichten in das lebende menschliche Gehirn, und es ist kein Wunder, dass die Technik die Hirnforschung in den letzten Jahren enorm beflügelt hat.

 

Aber kann man etwas so komplexes wie moralisches Bewusstsein tatsächlich im Gehirn lokalisieren?

 

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Ariane Greiner
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