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Regenbogennation in schwarz-weiß?

Apartheid noch nicht ganz überwunden

Südafrika, das wegen der vielen unterschiedlichen Volksgruppen, die hier zusammenleben, vielfach auch "Regenbogennation" genannt wird, steht nach Ende der Apartheid in besonderer Weise im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Schließlich leben hier am Kap Schwarze, Weiße, Indischstämmige, Kapmalaien, Chinesen und andere Ethnien, die fast alle Hautschattierungen und ihre jeweils eigene Kultur repräsentieren. Wo, wenn nicht hier, ließe sich die Überwindung des Rassismus überzeugender darlegen? Wo ließe sich besser der Nachweis führen, dass eine multikulturelle und multiethnische Gesellschaft friedlich zusammenleben und positive Kräfte freisetzen kann? Die Realität nach der Apartheid sieht derzeit aber noch ganz anders aus.

Freundschaften statt Vorurteile

Kinder haben nur selten Vorurteile. Sie übernehmen sie meist von ihren Eltern. Auf diesem Foto spielen schwarze Jungs am Strand von Südafrika mit einem weißen Freund.

Schwarze, Weiße und "Coloureds" leben noch immer in sozialen und kulturellen Parallelwelten. Dieses Erbe des Apartheid-Regimes ist auch 20 Jahre nach dessen Ende noch nicht überwunden. Zwar gibt es verheißungsvolle Ansätze wie die Einführung von gemischten Schulen und die Förderung einer schwarzen Mittel- und Oberschicht – noch immer sind die Berührungspunkte der einzelnen Volksgruppen aber denkbar gering. Zuerst muss sich die Einsicht durchsetzen, dass einer der größten Trümpfe Südafrikas die ethnische Vielfalt ist und dass sich aus ihr die Kraft, die Kreativität und die Zukunftsfähigkeit des Landes speisen. Erst dann wird sich auch der Begriff der "Regenbogennation" mit Leben füllen.

 

Chancengleichheit steht noch aus

Kein Frieden in Südafrika ohne Chancengleichheit
Die schwarze Bevölkerungsmehrheit Südafrikas hat sich nach langen Jahrzehnten der Unterdrückung in den 1990er Jahren von den Fesseln der Apartheidpolitik befreit. Politische Beobachter sind sich seither in einem Punkt einig: Eine friedliche Zukunft des Landes wird nach der Apartheid davon abhängen, ob es nun gelingt, annähernd Chancengleichheit herzustellen und die Zulu, Xhosa, Tswana und die anderen schwarzen Bevölkerungsgruppen angemessen am Wohlstand des Landes teilhaben zu lassen. Zu den grundlegenden Maßnahmen zählen eine flächendeckende Schulbildung und die Gewährung von Aufstiegschancen für schwarze Schulabgänger sowie Hochschulabsolventen

Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben ist allerdings nicht nur die Gleichstellung von Schwarz und Weiß, sondern auch die Überwindung teils uralter Stammesrivalitäten zwischen den einzelnen südafrikanischen Volksgruppen. So bekämpfen sich etwa die beiden größten Stämme, die Zulu und die Xhosa, teilweise erbittert und gefährden die politische und soziale Stabilität des Landes.

 

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Rassismus - Gefahr für die Gesellschaft

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