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"Ich habe einen Traum"

Mehr als 250 000 Menschen warteten am 28. August 1963 vor dem Lincoln Memorial in Washington auf den Anführer der Bürgerrechtsbewegung, auf Martin Luther King. Mit donnerndem Applaus wurde er begrüßt. Zu Beginn hielt er sich noch an sein Manuskript, denn man hatte ihm nur acht Minuten Redezeit eingeräumt...

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Doch nachdem das Publikum in den Rhythmus seiner Sätze "Arbeit jetzt" Freiheit jetzt" einfiel, vergaß Martin Luther King Zeit und Text und sprach frei: "Ich habe einen Traum, dass eines Tages auf den roten Hügeln von Georgia die Söhne früherer Sklaven und die Söhne früherer Sklavenhalter miteinander am Tisch der Brüderlichkeit sitzen können".

 

Der Marsch auf Washington

Der Marsch verlief ohne Zwischenfälle. Zahlreiche Menschen aller Hautfarben und vieler Religionen nahmen an ihm teil. Zu den Initiatoren gehörten Martin Luther King, religiöse Gruppierungen wie die Nationale Katholische Konferenz für interrassistische Gerechtigkeit und der Nationalrat der Kirchen, Gewerkschaften sowie Gruppen für bürgerliche Freiheiten wie die Amerikanische Union für zivile Freiheit. Der Demonstrationszug führte vom Washington-Obelisken zum Denkmal Abraham Lincolns, in dessen Regierungszeit als US-Präsident die Sklaverei in den USA abgeschafft wurde. Eine Abordnung der Marschteilnehmer wurde von US-Präsident John F. Kennedy im Weißen Haus empfangen. Die Lage der schwarzen Bevölkerung in den USA musste, auch nach Meinung von Kennedy, verbessert werden: "Obwohl wir in diesem Sommer bemerkenswerte Fortschritte bei der Verwirklichung der Grundsätze der Bürgerrechte gemacht haben, müssen wir noch einen sehr langen Weg zurücklegen", erklärte er.

Die Bürgerrechtler forderten von der demokratischen Regierung eine umfassende Verbesserung der rechtlichen Situation der schwarzen Bevölkerung in den USA, die Aufhebung der Rassentrennung in den Schuldistrikten sowie Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen speziell für Schwarze. Die Verabschiedung eines entsprechenden Programms hatte Präsident Kennedy im Juni in Aussicht gestellt. Der Marsch auf Washington markierte einen Höhepunkt der Bürgerrechtsbewegung in den USA.

 

Rassenunruhen in Alabama

Von Gleichberechtigung war die schwarze Bevölkerung jedoch noch weit entfernt. Am 5. September brachen in Birmingham im US-Bundesstaat Alabama Rassenunruhen aus, nachdem das Haus des schwarzen Rechtsanwalts Arthur Shores durch einen Sprengstoffanschlag weißer Rassenfanatiker schwer beschädigt wurde. Anlass für das Attentat war der Versuch dreier Schulen der Stadt, die Rassenschranken aufzuheben. Kurz darauf reichten weiße Elternpaare eine von Gouverneur George Wallace unterstützte Klage ein, in der sie die Beibehaltung der Rassentrennung forderten. Daraufhin setzte Kennedy der Rassentrennung an öffentlichen Schulen per Gesetz ein Ende. Er unterstellte die Nationalgarde Alabamas, die noch am Morgen des 10. September auf Anweisung ihres Gouverneurs die Aufnahme von farbigen Schülern verhinderte, dem Bund und befahl ihren Abzug.

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