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Schnaps – Herstellung und Geschichte

"Schnaps, das war sein letztes Wort, dann trugen ihn die Englein fort", heißt es in einem Schlager, den Willy Millowitsch 1960 sang. Doch ob das Kölsche Urgestein so genau wusste, wie das begehrte Getränk hergestellt wird? Zwischen Wodka, Whisky, Whiskey, Obstbränden und Likören öffnet sich ein Universum für Genussmenschen.

Peter Hemke

Geschichte

Die Anfänge der Schnapsherstellung

Bier brauen kann die Menschheit seit Jahrtausenden. Doch mit der Destillation taten sich die Alten schwerer. Zwar wissen wir heute, dass bereits in der Antike Brände hergestellt wurden, doch ging es dabei mehr um Medizin, Parfüms oder Kosmetika denn um geschmacksstarke Schnäpse. Die Mauren waren es schließlich, die mit ihren Eroberungszügen das Wissen um die Destillation nach Europa brachten. Das Verfahren fand schnell Anhänger in den Klostern und wurde dort ständig verbessert.

Als einer der Pioniere hat sich der deutsche Alchimist Albertus Magnus, Bischof zu Regensburg (1193-1280) mit der Weingeistdestillation befasst. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Destillationsapparate dann immer vollkommener. Nunmehr gelang es, die Herstellungsbedingungen mehr und mehr zu kontrollieren.

Dabei war in vielen ländlichen Gebieten nicht etwa der Genuss Antrieb, sondern die blanke Not, Obst zu konservieren und zu verwerten. Bevor es am Boden oder in den Scheunen verfaulte, wurde es eben zu Schnaps gebrannt. daraus entwickelten sich zunächst ausgesprochen rustikale Bauernbrände, ehe bis in die heutige Zeit eine genussorientierte Spirituose entstand, die von den Getränkekarten nicht mehr wegzudenken ist.

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