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Wer bekommt Bafög?

Vater Staat zahlt: Studienanfänger, deren Eltern nicht über genügend finanzielle Mittel verfügen, können sich um eine staatliche Ausbildungsförderung bemühen. Der Bund unterstützt junge Menschen finanziell bei ihrem Studium. Voraussetzungen, Höhe, Dauer und Rückzahlungsmodalitäten sind im Bundes-Ausbildungsförderungs-Gesetz (BAföG) geregelt.

Frühzeitige Antragsstellung ist wichtig

Jeder vierte Student erhält im Jahr 2005 BAföG. Die Förderung für Studierende erfolgt zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als unverzinsliches Staatsdarlehen. Das bedeutet, dass nicht der gesamte Förderungsbetrag zurückgezahlt werden muss. Bafög-Anträge sind beim Studentenwerk am Hochschulort erhältlich. Wichtig ist es, den Antrag frühzeitig zu stellen, denn Bafög wird nicht rückwirkend gezahlt.

BAföG-Voraussetzungen

Studenten an Fachhochschulen, Akademien und Hochschulen haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf eine staatliche Studienförderung im Sinne des Bundes-Ausbildungsförderungs-Gesetz (BAföG).

Persönliche Voraussetzungen

Anspruch auf Ausbildungsförderung hat prinzipiell, wer über die deutsche Staatsangehörigkeit verfügt, geeignet ist und ein bestimmtes Höchstalter nicht überschreitet.

Staatsangehörigkeit

Wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, kann grundsätzlich BAföG beantragen. Ausländische Studierende können die Förderung ebenfalls beantragen, wenn ein Elternteil oder ihr Ehepartner Deutscher ist oder wenn sie asylberechtigt bzw. aufgenommener Flüchtling oder Heimatloser sind. Studenten aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union mit Wohnsitz in Deutschland sind ebenfalls förderungsberechtigt. Anderen Ausländern wird meist dann eine Ausbildungsförderung geleistet, wenn sie fünf Jahre oder ein Elternteil drei Jahre vor Beginn des Studiums in Deutschland erwerbstätig waren.

Eignungsnachweis

Wer BAföG bezieht, muss fachlich geeignet sein. Dazu müssen Studierende an Fachhochschulen, Akademien oder Hochschulen ab Beginn des fünften Fachsemesters Eignungsnachweise vorlegen. Das ist in der Regel das Zeugnis der Zwischenprüfung. Gibt es bereits vor dem dritten Semester eine Zwischenprüfung, ist die Förderung auch im dritten und vierten Semester von der Vorlage entsprechender Nachweise abhängig.

Höchstalter

Studierende müssen das Studium, für das sie Förderung beantragen, vor Vollendung des 30. Lebensjahres beginnen.

Ausnahmen:

  • Absolventen des zweiten Bildungsweges
  • Personen, die aus persönlichen oder familiären Gründen daran gehindert waren (längere Krankheiten oder Kindererziehung).

Das Einkommen

Die Förderung nach dem BAföG wird nur Studenten gewährt, die selbst oder deren Eltern nicht über genügend finanzielle Mittel verfügen, um den Studienbedarf zu decken. Ist der Studienbedarf hingegen durch das eigene Einkommen/Vermögen oder durch das Einkommen des Ehepartners oder der Eltern gedeckt, wird kein BAföG gewährt. Vorhandenes Einkommen/Vermögen wird angerechnet.

Anrechenbares Einkommen im Sinne des BAföG sind alle Einkünfte nach dem Einkommensteuergesetz, Sonderausgaben bei selbstgenutzten Eingentumswohnungen und Einfamilienhäusern, oder zum Beispiel Waisenrenten etc. Davon sind abzuziehen die Einkommen- und Kirchensteuer, pauschal festgesetzte Beträge für die soziale Sicherung sowie der Altersentlastungsbetrag. Bei den Eltern und dem Ehepartner ist grundsätzlich vom Einkommen im vorletzten Kalenderjahr vor Beginn des Bewilligungszeitraums auszugehen.

BAföG - Höhe und Dauer

Wie viel BAföG ein Student erhält, richtet sich danach, wo er wohnt und wie hoch das eigene Einkommen bzw. das der Eltern oder des Ehepartners ist. Wie lange ein Student BAföG erhält, richtet sich nach dem Fach, das er studiert.

Höhe

Der Höchstsatz für Studenten an Fachhochschulen, Akademien und Hochschulen beträgt 432 Euro monatlich, sofern sie noch bei den Eltern wohnen, und 585 Euro monatlich, sofern sie nicht mehr zu Hause wohnen. Darüber hinaus erhöht sich der Satz für Studierende, die in der gesetzlichen oder in einer privaten Krankenversicherung versichert sind, um 47 Euro monatlich. Der Pflegeversicherungszuschlag beträgt 8 Euro (Stand der Beiträge: Oktober 2005).

Die Höhe der individuellen BAföG-Förderung ergibt sich aus folgender Rechnung: Der Höchstsatz abzüglich anzurechnendes eigenes Einkommen und Vermögen des Studierenden, abzüglich anrechenbares Einkommen des Ehegatten und der Eltern ist gleich Förderungsbetrag.

Unter bestimmten Voraussetzungen bleibt das Einkommen der Eltern unberücksichtigt. Eine elternunabhängige Förderung erfolgt,

  • wenn der Aufenthaltsort der Eltern nicht bekannt ist oder sie im Ausland leben und dort rechtlich oder tatsächlich gehindert sind, Unterhalt im Inland zu leisten,
  • bei Beginn des Studiums nach dem 30. Geburtstag (gilt nur für Ausnahmeregelungen),
  • bei fünfjähriger Erwerbstätigkeit zwischen Abitur und Studium,
  • wenn dem Studium eine dreijährige Berufsausbildung und eine anschließende Erwerbstätigkeit von drei Jahren vorausgeht. Bei einer kürzeren Ausbildung muss die Erwerbstätigkeit entsprechend länger sein.

Eigenes Einkommen und Vermögen des Auszubildenden und Einkommen seines Ehepartners werden hingegen immer angerechnet.

Förderungshöchstdauer und Nachweise

Für jede Fachrichtung gibt es bestimmte Regelstudienzeiten, an denen sich die Förderungshöchstdauer orientiert. Die Förderungshöchstdauer wird folgendermaßen angezeigt:

  • Für Studiengänge an Universitäten und Gesamthochschulen mit neun Semestern.
  • Für Fachhochschulen und entsprechenden Gesamthochschulen für sieben Semester, mit Praktika acht Semester.
  • Für Ergänzungs- und Aufbaustudium werden zwei Semester gefördert.

Es gibt auch Ausnahmeregelungen.

Innerhalb der Regelstudienzeit wird die Förderung jeweils zur Hälfte als Zuschuss und als Staatsdarlehen gewährt. Sollte die Regelstudienzeit nicht eingehalten werden oder handelt es sich um eine Zweitausbildung, wird ein verzinsliches Bankdarlehen gewährt.

Falls eine solche Regelstudienzeit nicht festgesetzt ist, setzt Paragraf 15 a BAföG die Dauer fest. Wer an Akademien und Fachhochschulen studiert, kann damit rechnen, für die Dauer der Ausbildungszeit Unterstützung zu erhalten. Bei Hochschulen reicht die Förderung unter Umständen nicht für die gesamte Dauer der Studienzeit.

Wer sich an einer Hochschule in einem so genannten grundständigen Studiengang, dem Erststudium, befindet, kann nach dem Ende der Förderungshöchstdauer noch maximal zwölf Monate Hilfe zum Studienabschluss erhalten. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie dann innerhalb von vier Semestern zur Prüfung antreten und die Hochschule bescheinigt, dass die Ausbildung innerhalb dieser "Abschlusshilfedauer" beendet werden kann. Die Hilfe zum Studienabschluss wird in Form von Bankdarlehen gewährt.

BAföG - Rückzahlung

Niemand muss ernsthafte Schwierigkeiten bei der Rückzahlung befürchten. Das BAföG ist zinslos. Das heißt, Studierende müssen das empfangene Staatsdarlehen nicht verzinsen. Die maximale Rückzahlungssumme ist begrenzt. Die Rückzahlungsbedingungen sind sozialverträglich gestaltet und es gibt bestimmte Möglichkeiten der Erlassung.

Bedingungen für die Rückzahlung

Im Bundes-Ausbildungsförderungs-Gesetz sind die Bedingungen der Rückzahlung geregelt.

Die begrenzte Rückzahlung

Wem das BAföG für Ausbildungsabschnitte nach dem 28. Februar 2001 gewährt wurde, hat unter Umständen Glück. Er muss BAföG-Leistungen nur bis zu einem Gesamtbetrag von 10.000 Euro zurückzahlen.

Der späte Tilgungsbeginn

Das BAföG muss erst fünf Jahre nach der letzten Rate zurückbezahlt werden, genauer gesagt nach dem "Ende der Förderungshöchstdauer". Dann haben Sie in der Regel den beruflichen Einstieg geschafft und sich hoffentlich im Beruf etabliert.

Die lange Tilgungsfrist

Für die Rückzahlung selbst lässt der Gesetzgeber genügend Zeit. Das Darlehen muss in Mindestraten von 105 Euro monatlich in längstens 20 Jahren zurückgezahlt werden.

Die Abhängigkeit vom Einkommen

Die Rückzahlung ist einkommenabhängig, d.h. Geringverdiener können von Rückzahlung freigestellt werden.

Das BAföG muss an das Bundesverwaltungsamt in Köln zurückgezahlt werden. Etwa 4,5 Jahre nach dem Ende der Förderungshöchstdauer erhalten Sie einen so genannten Feststellungs- und Rückzahlungsbescheid, in dem die Höhe des Darlehens insgesamt und die Höhe der Rückzahlungsrate festgestellt sind. Hier ist auch der Zeitpunkt vermerkt, wann die erste Rate fällig ist.

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