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Glatter als glatt - die Sandfischhaut

Alexander Stahr

Der Sandfisch (Scincus scinus) ist ein Reptil der Wüste. Seine Besonderheit: Er schwimmt unter dem Sand wie Fische im Wasser. Und was der Sandfisch oder Sandskink in der Sahara vollbringt, ist gewiss noch anstrengender als Schwimmen im Wasser.

Berliner Forschern fiel auf, dass nie auch nur ein Sandkorn an den Echsen haften bleibt. Selbst bei einem flachen Neigungswinkel der Haut von 20 Grad rutscht der Sand weiter. Im Labor wiederholten die Forscher die Sandversuche mit Materialien, die als extrem glatt gelten.

Das Ergebnis: Auf poliertem Stahl, der als sehr reibungsarm bekannt ist, bleibt der Sand schon bei 25 Grad Neigung liegen. Die Echsenhaut scheint daher einzigartig. Selbst Glas, Nylon oder Teflon können mit der Sandfischhaut in Punkto Glätte nicht mithalten.

Die Natur besitzt offenbar die Lösung mit geringster Reibung. In der Tat sieht die Oberfläche der Sandfischbeschuppung wie poliert aus. Nun sind die Bioniker an der Reihe. Denn mit einer technologisch nachgebildeten Schuppenoberfläche des Sandfischs könnten zum Beispiel neue Lager für Fahrzeuge und Maschinen entstehen. Die Industrie wartet auf die künstliche Sandfischhaut.

 

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