Lexikon

Vertreibung

die durch Gewalt oder entsprechende Androhung erzwungene, dauerhafte Flucht, Ausweisung, Umsiedlung oder Verschleppung einer Bevölkerungsgruppe oder -minderheit aus einem Staat oder Kontinent, oftmals bei gleichzeitigem Entzug der staatsbürgerlichen Rechte, auch zur Deportation und Zwangsarbeit. Nach geltendem Völkerrecht ist Vertreibung grundsätzlich verboten; die Vertreibung aus einem besetzten Gebiet stellt einen Verstoß gegen die Genfer Vereinbarungen vom 12. 8. 1945 dar.
Geschichte: Bereits die Judenverfolgungen werden begrifflich den Vertreibungen zugerechnet. Die weltweit mit über 50 Mio. Menschen zahlenmäßig bislang größte Vertreibung fand während des 2. Weltkriegs und danach statt, u. a. Ende 1944 Deportationsbeginn von Deutschen in die UdSSR, zur Zwangsarbeit und Internierung auch in Polen, seit 1945 von den Siegermächten festgeschriebene Aussiedlungen von Deutschen weltweit. Massenhafte Vertreibungen in Europa erfolgten seit 1991 nach dem Zerfall der Sowjetunion und insbesondere Jugoslawiens. Seit Ende des 20. Jahrhunderts sind erstmals auch interkontinentale Vertreibungen u. a. nach Hunger- und Umweltkatastrophen in Afrika bekannt.
Schwarzfußiltisse
Wissenschaft

Klonen für den Arterhalt

Im Kampf um das Überleben der vom Aussterben bedrohten Schwarzfußiltisse haben US-amerikanische Genetiker wichtige Durchbrüche erzielt. Ein Modell – auch für andere Arten? von ROMAN GOERGEN Die beiden neugeborenen Iltisse, die in den Schlagzeilen stehen, könnten auf den ersten Blick auch nur gewöhnliche Hausfrettchen sein. Doch...

Endometriose
Wissenschaft

Regel-mäßig Schmerzen

Millionen Frauen leiden unter Endometriose. Forschung soll helfen, die Unterleibserkrankung besser verstehen und behandeln zu können. von SIGRID MÄRZ Endometriose ist eine tückische Krankheit. Monat für Monat leiden Betroffene während ihrer Regelblutung – und einige sogar zwischen den Blutungen – unter quälenden, bisweilen...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch