Lexikon
Delannoy
Jean, französischer Filmregisseur, * 12. 1. 1908 Noisy-le-Sec, Seine-St.-Denis, † 18. 6. 2008 Guainville; führte seit den 1930er Jahren Regie; schuf neben anspruchsvollen Literaturverfilmungen auch Komödien und Kriminalfilme; Filme u. a.: „Der ewige Bann“ (nach J. Cocteau) 1943; „Und es ward Licht“ (nach A. Gide) 1946; „Das Spiel ist aus“ (nach J.-P. Sartre) 1947; „Gott braucht Menschen“ 1950; „Der Glöckner von Notre Dame“ (nach V. Hugo) 1956; „Kommisar Maigret stellt eine Falle“ 1958; „Maria von Nazareth“ 1995.
- Deutscher Titel: Gott braucht Menschen
- Original-Titel: DIEU A BESOIN DES HOMMES
- Land: Frankreich
- Jahr: 1950
- Regie: Jean Delannoy
- Drehbuch: nach einem Roman von Henri Oueffélec
- Kamera: Robert LeFèbvre
- Schauspieler: Pierre Fresnay, Madeleine Robinson
- Auszeichnungen: Spezialpreis Filmfestival Venedig 1950; Spezialpreis Filmfestspiele Berlin 1951
Die wenig gottesfürchtigen Bewohner einer bretonischen Insel im 19. Jahrhundert haben ihren letzten Pfarrer vertrieben. Der ehrgeizige Sakristan (Pierre Fresnay) ist versucht, dessen Stelle einzunehmen und will sogar die Messe zelebrieren. Kurz vor diesem Sakrileg trifft der neue Pfarrer ein. Er lehnt ein christliches Begräbnis für einen Muttermörder ab, der Selbstmord begangen hat. Die Inselbewohner übergeben daher die Leiche dem Meer.
Jean Delannoys Film wird mit zahlreichen kirchlichen Preisen ausgezeichnet. Zugleich entfacht er eine öffentliche Debatte über die Stellung der Kirche und die Moralvorstellungen der Gläubigen. »Gott braucht Menschen« findet außerhalb Frankreichs nur wenig Resonanz.
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